Gemeinsame Arbeitssitzung des AKU und der JU Unterfranken zum Thema "Umweltfreundliche Gemeinde"

Unter der Leitung der Europaabgeordneten Dr. Anja Weisgerber trafen sich Mitglieder der Jungen Union (JU) am vergangenen Wochenende in Hassfurt um unter dem Motto „Die umweltfreundliche Gemeinde“ Ansatzpunkte zu entwickeln, wie man auch im Kleinen etwas für die Umwelt tun kann. „Wir haben nur eine Umwelt. Deshalb muss jeder für sich seinen eigenen kleinen Beitrag leisten, um sie zu schützen und zu bewahren. Die Politik, aber auch jeder Bürger darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Dass wir mit kleinen Dingen viel bewegen können, soll diese Initiative zeigen“, erklärt die Leiterin des JU-Arbeitskreises Umwelt und Energie der JU-Bayern.
Vor der Arbeitssitzung besichtigten die JU´ler zusammen mit der Vorstandschaft des Arbeitskreises Umwelt der CSU im Landkreis unter fachmännischer Führung des Leiters der Stadtwerke, Norbert Zösch, das Blockheizkraftwerk am Schulzentrum und anschließend das Wasserkraftwerk mit der neuen Enthärtungsanlage.

Das mit Erdgas betriebene Blockheizkraftwerk am Schulzentrum spare, so Zösch, jährlich 1500 Tonnen CO2 gegenüber anderen Wärmegewinnungsvarianten ein und reduziere den Ausstoß von Abgasen wie NOx und SOx erheblich. Während beim Haßfurter Blockheizkraftwerk 90 Prozent der Leistung in die Wärmegewinnung fließen, erreichen beispielsweise Stromkraftwerke gerade einmal 36 Prozent. Der Rest gehe als Abwärme verloren. Zösch machte aber auch deutlich, dass Umweltfreundlichkeit allein nicht ausreiche, sondern auch die Wirtschaftlichkeit Berücksichtigung finden müsse. Durch eine gute staatliche Förderung konnte so die Stadt und der Landkreis gemeinsam diese Anlage im Jahr 2001 errichten, die Umwelt schonen und dem Schulverband trotzdem einen attraktiven Strompreis bieten.

Auch das hochmoderne Wasserkraftwerk mit der neuen Enthärtungsanlage sei, so Zösch, ein gutes Beispiel, wie auch eine Kommune dem Bürger Geld sparen und zugleich die Umwelt schonen könne. Durch den Einbau der zentralen Enthärtungsanlage sei zwar der Wasserpreis um rund 60 Cent pro m³ teurer geworden, dafür konnte der Härtebereich des Wassers von 4 auf 2 gesenkt werden. Dadurch wiederum benötigen die Bürger nur noch die Hälfte an Waschmittel und außerdem hätten Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Geschirrspüler eine längere Lebensdauer, so Zösch.
Durch die Ultrafiltrations- und Aktivkohlefiltereinheiten sei weiterhin eine Verbesserung der Wasserqualität erreicht worden. „Das Haßfurter Wasser ist besser als jedes Mineralwasser“, zeigte sich der Chef der Stadtwerke überzeugt.

Die Stadt Hassfurt ist in einem weiteren Punkt in Sachen Umwelt vorbildlich. Durch die Bereitstellung einer Erdgastankstelle kann die Bevölkerung diese kostengünstige und umweltfreundliche Treibstoffvariante wahrnehmen. Ein Kilogramm Erdgas entspricht 1,5 Liter Benzin, kostet aber nur 77 Cent, so dass es für den Erdgasfahrer zu einer Kosteneinsparung von mindestens 50 Prozent komme. Die höheren Anschaffungskosten würden durch einen ca. 12000 Kilometer Gutschein nahezu egalisiert, rechnete Zösch vor.

In der anschließenden Sitzung erarbeiteten die JU und AKU´ler konkrete Vorschläge, die jeder Einzelne zur Verbesserung der Umwelt erbringen könnte. Wichtig sei dabei, so JU-Bezirksvorsitzender Steffen Vogel, dass man endlich deutlich machen müsse, dass Umweltschutzmaßnahmen den Bürger nicht Geld kosten, sondern das man mit solchen Maßnahmen massiv Geld sparen könne.
Als Beispiele wurden Energieeinsparmaßnahmen im Bereich des Strom- und Heizenergieverbrauchs angesprochen. Aufgrund der immensen Energiekosten würden Sanierungsmaßnahmen, wie dichte Fenster oder eine Wärmeisolierung, schon mittelfristig den Hauseigentümern und Mietern bares Geld einsparen und dazu die heimischen Betriebe und damit die Konjunktur ankurbeln. Ein Energie-Check für alle öffentlichen Gebäude wurde dabei ebenso vorgeschlagen wie die finanzielle Förderung von Zisternen für einen schonenden Wasserverbrauch. Laut Stephan Schneider (Hassfurt) ist es grotesk, Gärten mit Wasser in der Qualität von Mineralwasser zu gießen oder Autos zu waschen. Auch stellten die JU´ler kritisch die Frage, ob es richtig sei, wenn Gemeinden Baugebiete ausweisen und damit Flächen versiegeln würden, während Ortskerne verwaist blieben.

Insgesamt wurde so eine Fülle von Anregungen zusammengetragen, die Dr. Anja Weisgerber innerhalb der nächsten zwei Monate zu einer handlichen Broschüre für die Bürgerinnen und Bürger zusammenstellen möchte. Die Verteilung der Broschüre soll dabei über die JU-Orts- und Kreisverbände geschehen.


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