„Wer lebend aus Aleppo rausgekommen ist, braucht unsere Hilfe“

MainPost, 07. Januar 2015

Dreikönig bei den CSU-Ortsvereinen im Marienbachtal: Kurz vor der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth trafen sich die Christsozialen der Gemeinde Dittelbrunn zum Neujahrsempfang im „Haus der Bäuerin“. Der Dorfmittelpunkt war gut besucht, auch einige Sozialdemokraten hatten sich eingefunden. Norbert Schuler begrüßte als Chef der Holzhäuser Ortsversammlung Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber. Die Schwebheimerin hat gerade ihre 13. Rede im Bundestag gehalten und erlebt nun in Berlin nach eigenen Worten mit, wie direkt sich die große Bundespolitik auf den Heimatwahlkreis auswirken kann.

Die Klimapolitik kam ebenso zur Sprache wie die Asylproblematik (...)

Die Emotionen in Wallung bringt derzeit aber ein anderes Thema: die enorm angestiegene Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge und der Umgang damit. „Wir dürfen die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung nicht aufs Spiel setzten“, warnt Weisgerber. Man müsse die Ängste der Menschen ernst nehmen. Die Sorgen dürften aber nicht durch Rechtspopulisten instrumentalisiert werden: „Wir dulden keine Hetze, keine Verleumdung, keine Fremdenfeindlichkeit.“

Es könne durch „Splittergruppen“ sehr viel Unfug getrieben werden, mahnt Weisgerber. Die 38-Jährige sieht hier die Volksparteien in der Pflicht, klar Position zu beziehen. Als Mutter gingen sie ihr schon nahe, die Bilder von zusammengepferchten Familien auf den Schleuserschiffen. „Wer lebend aus Aleppo rausgekommen ist, braucht unsere Hilfe.“ Nur sei bei aller humanitären Verantwortung das Asylrecht kein Einwanderungsrecht, greift die Juristin die CSU-Doppelstrategie auf. Flüchtlinge vom Balkan wären „nicht so sehr“ auf Hilfe angewiesen. Man dürfe Ländern wie Serbien, Bosnien oder Montenegro nicht die Menschen wegnehmen, sondern müsse ihnen Perspektiven in der Heimat verschaffen.

Lobende Worte findet Weisgerber für das ehrenamtliche Engagement des Arbeitskreises rund um das Hambacher Asylbewerberheim, der 70 Schützlinge betreut. Ab Juli werden nun bis zu 500 Menschen in den Ledward Barracks untergebracht, was Weisgerber zum Thema Konversion bringt: „Kein Handyempfang“, das sei beim Besuch am Brönnhof erholsam gewesen, scherzt sie und fordert die Einbeziehung der Interessen der Anrainer bei der Schaffung des Nationalen Naturerbes, etwa im Bereich Wegenutzung, Freizeit oder alternative Energieerzeugung. Eine Nationalparkdebatte wie im Steigerwald dürfe es dort nicht geben, auch nicht „Wildnis pur“. Noch im Januar soll es durch die Verwalterin, die „Bundesforst“, eine konkrete Gebietsfestlegung geben, später wird der Haushaltsausschuss des Bundestags über die Naturerbeflächen entscheiden.

(...)

Den vollständigen Artikel erhalten Sie unter: www.mainpost.de