Rede im Wahlkreis
Sehr geehrter Herr Dr. Maxelon, sehr geehrter Herr Höllinger, sehr geehrter Herr Bürgermeister Köth, sehr geehrter Herr Landrat Töpper, meine Damen und Herren,
Ein Sprichwort sagt:
„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen bauen Windmühlen.“
Ich finde, diese chinesische Weisheit passt hervorragend zur heutigen Einweihung des Windparks.
Hier in Schwanfeld wird nicht gemauert, sondern entschlossen – und unter Berücksichtigung der Interessen der Bürger – mutig vorangeschritten!
Zum neuen Windpark Schwanfeld, mit fünf Anlagen, darf ich den Stadtwerken Stuttgart als Betreiber, der Baufirma Abo Wind sowie der Gemeinde Schwanfeld herzlich gratulieren.
In Sichtweite zum Kernkraftwerk Grafenrheinfeld – das in zwölf Monaten vom Netz gehen wird – setzen Sie einen weiteren Baustein, für das Gelingen der Energiewende in Deutschland und vor allem hier bei uns vor Ort.
Die Nutzung der Windenergie bietet große Chancen, um unsere anspruchsvollen Klimaschutzziele zu erreichen.
Aber dabei müssen wir immer wieder auch die Menschen in der Region mitnehmen, die direkt betroffen sind!
Im Jahr 2010 konnten in Deutschland mit Windenergie gut 40 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden.
Durch den Windpark hier in Schwanfeld werden nochmals jährlich 15.000 Tonnen klimaschädliches CO2 jährlich vermieden.
Der Aufbruch in ein neues Energie-Zeitalter ist ein Kraftakt, bei dem wir stets drei Ziele im Blick haben müssen: Die Versorgungssicherheit muss gewährleistet sein.
Wir dürfen die Klimaziele nicht aus den Augen verlieren. Und wir wollen insbesondere, dass Strom bezahlbar bleibt.
Die Energiewende hat direkte Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger und ist somit eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft: Sei es beim Ausbau der erneuerbaren Energien oder beim Umbau der Stromnetze.
Der Netzausbau ist das zweite große Thema, das unsere Region betrifft.
Hier stehe ich in gutem Austausch mit den Bürgermeistern und den Menschen in den betroffenen Gemeinden.
Denn es ist wichtig, dass wir im Einklang mit den Bürgern klären, welche Netzte notwendig sind, wo die Trassen englang laufen und welche Abschnitte in Erdverkabelung möglich sind.
Deshalb war auch das Moratorium zum Stromtrassenbau richtig, damit wir zunächst den Bedarf prüfen und dann über Leitungen entscheiden.
Ich setze mich auch weiterhin dafür ein, dass die Planungen im engen Einklang mit den Bürgern fortgeführt und die Anliegen der Menschen vor Ort mit einfließen.
Das gilt nicht nur für den Netzausbau, sondern auch für den Ausbau der Windkraft.
Denn wir dürfen die Menschen in den einzelnen Regionen nicht überfordern.
Alleine in Unterfranken stehen 166 der Bayernweit 736 Windkraftanlagen. Das ist ein gutes Fünftel.
Für rund 60 Anlagen in Unterfranken liegt bereits die Genehmigung vor.
Unterfranken leistet damit schon heute einen erheblichen Beitrag zur Versorgung mit erneuerbarem Strom aus Windkraft für ganz Bayern.
In der Windkraft haben sich die technischen Voraussetzungen in den vergangenen Jahren auch grundlegend geändert.
Ende der 1990er Jahre lag die Gesamthöhe von Windkraftanlagen bei 100 Metern – heute liegt sie schon bei 200 Metern.
Windräder werden immer höher, immer effizienter – aber dadurch auch immer mehr sichtbar in der Landschaft.
Landschaft ist für uns aber auch ein Stück Heimat!
Die Zustimmung der Bürger zu Windkraftanlagen hängt ganz wesentlich von der Höhe und der Entfernung der Anlagen ab.
Deshalb beraten wir – auf Initiative der CSU – derzeit im Bundestag ein Gesetz, das für die Bundesländer die Möglichkeit schafft, eigene Mindestabstände zu Windkraftanlagen festzulegen.
Die Länder müssen dann selbst entscheiden, wie groß die Abstände zwischen Wohnbebauung und Windrädern sind.
Dadurch schaffen noch mehr Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern.
Ein weiterer Beitrag dazu ist auch der Windstützpunkt, der hier in Schwanfeld entstanden ist.
Als Kreisrätin freue ich mich sehr, dass der Landkreis dafür einen Zuschuss von rund 150.000 Euro von der Staatsregierung erhalten hat.
Nur wenn Politik, Wirtschaft sowie die Bevölkerung an einem Strang ziehen – nur dann werden wir beim Umbau der Energieversorgung erfolgreich sein.
Soweit ich gehört habe, war die Akzeptanz des Windparks Schwanfeld bei der Bevölkerung kein Problem.
Das zeigt: Eine bürgernahe Vorgehensweise zahlt sich aus.
In diesem Zusammenhang sage ich allen Verantwortlichen der Gemeinde Schwanfeld, des Landratsamtes und den Planern „Herzlichen Dank“!
Mein Dank gilt außerdem allen am Windpark Schwanfeld beteiligten Mitarbeitern, Baufirmen und Handwerkern für ihren Einsatz.
Und ich danke auch den Stadtwerken Stuttgart als Investoren des Projekts.
Wenn wir die Energiewende voranbringen wollen, brauchen wir Unternehmen die bereit sind, zu investieren.
Mit den Windpark Schwanfeld werden rechnerisch rund 10.000 Haushalte mit Strom aus erneuerbarer Energie versorgt.
Für ein neues Energiezeitalter ist dies ein bedeuteter Schritt.
Dem Windpark Schwanfeld wünsche ich allzeit einen störungsfreien, unfallfreien Betrieb
und immer genügend Wind unter den Rotorblättern – damit hier viel Strom erzeugt wird!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.