Grußwort anlässlich Siebenerfest Schweinfurt-Ost

Rede im Wahlkreis

Sehr geehrter Herr Kreisobmann Scheuring, 

sehr geehrte Herr Oberbürgermeister Remelé,

verehrte Feldgeschworene, meine Damen und Herren, 

es ist mir eine große Freude und Ehre, in diesem Jahr bei der Tagung der Feldgeschworenen der Gruppe Schweinfurt-Ost dabei zu sein. 

Auch im Namen von Staatssekretär Gerhard Eck – dessen Grüße ich heute überbringen darf, da er leider nicht dabei sein kann – möchte ich Ihnen Respekt für Ihre Arbeit zollen.

Das ehrenamtliche Engagement der Feldgeschworenen ist Ausdruck einer aktiven Bürgerschaft. Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.

Die Feldgeschworenen pflegen, gerade bei uns in Franken, eine schöne Tradition. Das sogenannte „Siebenergeheimnis“ ist bis heute eine Besonderheit Ihrer Arbeit.

Zu der Zeit, als es weder Flurkarten noch Maßzahlen über Grenzverläufe gab, offenbarte dieses „Siebenergeheimnis“ die Richtigkeit oder Falschheit – oft willkürlich veränderter – Grenzen.

Ein Blick in frühere Gesetze zeigt, dass aufgedeckte Veränderungen der Grenzen oft hart bestraft wurden. So kann man im Strafgesetzbuch für das Königreich Bayern von 1861 nachlesen:

„Wer die Grenzen fremder Grundstücke durch Pflügen, Mähen oder Ernten überschreitet wird an Geld bis zu 25 Gulden bestraft.“

Dazu kam die Angst vor der Strafe Gottes. Denn im 5. Buch Moses steht geschrieben:

„An deinem Erbbesitz (…) sollst du die Grenzmarkierung zu deinem Nachbarn hin, die die Vorfahren errichtet haben, nicht verrücken.“

Eigentum und Besitz sind seit Urzeiten ganz bedeutende Werte, die es zu schützen gilt.

Wenn es Grenzverletzungen gibt, dann kommt es häufig auch zu Streitigkeiten, die geschlichtet werden müssen. Seit dem 13. Jahrhundert leisten die Siebener hier eine ganz wichtige Aufgabe, in diesem Zusammenhang für Gerechtigkeit zu sorgen. 

Das „Älteste Ehrenamt“ steht für Beständigkeit, Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit. Die Siebener geben damit ein gutes Beispiel für fortwährend gelebtes gesellschaftliches Engagement und für eine aktive Bürgergesellschaft.

Deshalb ist es wichtig, dass es den Feldgeschworenentag gibt, um auch der Öffentlichkeit bewusst zu machen, was Ihre Aufgabe ist. Diese Wertschätzung Ihrer Arbeit kann ich nur unterstützen.

Wir leben hier in Schweinfurt Stadt und Land abseits der Metropolregionen in einem ländlich geprägten Landstrich. Deshalb war es mir schon immer wichtig, meine fränkische Heimat und unseren ländlichen Raum zu unterstützen.

Als Obfrau im Umwelt- und Bauausschuss darf ich bei Städtebauförderung direkt mitentscheiden.

Neben der Dorferneuerung – ist sie eine wichtige Säule – um auch kleine Städte und Gemeinden lebendig und liebenswert zu erhalten.

Die Stadt Schweinfurt profitiert seit über 40 Jahren von der Städtebauförderung. Zahleiche Projekte wie die Altstadtsanierung, das Jugendgästehause, die Gründverbindung vom Obertor zum Main oder das Zeughaus wurden damit unterstützt.

Aber auch die Landkreisgemeinden, wie zum Beispiel Schonungen, Gochsheim oder Grafenrheinfeld haben Zuschüsse aus der Städtebauförderung erhalten.

Deshalb freue ich mich außerordentlich, dass die Städtebauförderung auf ein Rekordniveau aufgestockt wird, von 455 Millionen Euro auf 700 Millionen Euro jährlich!

Das ist ein starkes Signal an unsere Städte und Gemeinden.

Denn wir können unsere wirtschaftspolitischen Ziele nicht erreichen, wenn wir nur auf die Metropolregionen setzen! 

Nicht nur die Großstädte, sondern auch die ländlichen Räume müssen von der Städtebauförderung profitieren. Dafür mache ich mich auch weiterhin stark!

 

Liebe Feldgeschworene,

an Ihrem heutigen Festtag, an dem die Bewahrung der Grenzen zwischen einzelnen Flurstücken im Mittelpunkt steht, möchte ich noch auf einen weiteren Aspekt von „Grenzen“ eingehen.

Denn die Staats-Grenzen zwischen den einzelnen Ländern Europas verschwinden zusehends – wir sprechen auch von einem „Europa ohne Grenzen“.

Mit dem gemeinsamen Binnenmarkt und dem Schengener Abkommen ist dieses Europa für uns Realität geworden.

Vom geeinten Europa profitieren alle Bürgerinnen und Bürger. Europa bringt uns Sicherheit, Wohlstand und – vor allem – Frieden. Gerade in diesem Jahr – da sich der Beginn des 1. Weltkrieges zum 100. Mal jährt – ist es wichtig auf dieses große Friedensprojekt zu verweisen. 

Am 25. Mai haben Sie die Möglichkeit, Europa bei der Wahl zum Europäischen Parlament mitzugestalten. Europa geht uns alle an.

Es ist wichtig, dass unsere unterfränkischen Interessen im Europäischen Parlament stark vertreten werden! 

Von der Anzahl der Stimmen hängt es ab, ob Unterfranken mit einer starken Stimme im EU-Parlament vertreten ist!

Meine Bitte deshalb: Nutzen Sie Ihr Stimmrecht, gehen Sie am 25. Mai zur Wahl. 

Meine Damen und Herren, 

in einer immer schneller zusammenwachsenden, hochtechnisierten Welt, tragen Sie – die Feldgeschworenen – mit Ihrer engagierten Arbeit entschieden dazu bei, die Vielfalt der fränkischen Kultur zu erhalten und ausgebaut wird. 

Ihre Arbeit als Feldgeschworene ist eine große Bereicherung für unser Gemeinwesen.

Dafür möchte ich Ihnen nochmals danken!

Der heutigen Tagung wünsche ich weiterhin einen guten Verlauf.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.