Rede im Wahlkreis
Sehr geehrter Herr Kreisobmann Heilmann,
sehr geehrte Frau Landrätin Bischof, sehr geehrter Frau Bürgermeisterin Konrad,
verehrte Feldgeschworene, meine Damen und Herren,
es ist mir eine große Freude, auch in diesem Jahr wieder bei der Tagung der Feldgeschworenen im Landkreis Kitzingen dabei zu sein. Der Einladung bin ich sehr gerne gefolgt.
Das ehrenamtliche Engagement der Feldgeschworenen ist Ausdruck einer aktiven Bürgerschaft.
In unserer heutigen Zeit ist die Übernahme von Ehrenämtern leider keine Selbstverständlichkeit mehr.
Umso höher muss man es Ihnen anrechnen, dass Sie bei Wind und Wetter Ihrem Amt nachgehen und die schöne Tradition der Feldgeschworenen pflegen.
Denn was wäre Franken ohne seine Geschichte, ohne sein Brauchtum und ohne seine Kultur?
Im 13. Jahrhundert ist dieses Ehrenamt bei uns in Franken entstanden – und hier in Franken wird das Amt der Feldgeschworenen heute noch besonders gepflegt.
Für Ihre Arbeit und für Ihr Engagement zolle ich Ihnen meinen Respekt und danke ich Ihnen von ganzem Herzen.
Auch in Zeiten eines hoch technisierten Vermessungszeitalters mit digitalen Flurkarten und GPS-Vermessung sind die Feldgeschworenen, die „Siebener“, eine feste Institution im ländlichen Raum.
Mit Ihrer Arbeit als Hüter der Grenzen engagieren Sie sich in einer der ältesten noch bestehenden Ämter der kommunalen Selbstverwaltung.
Die Siebener übernehmen eine wichtige Verantwortung und genießen deshalb auch hohes Ansehen in ihrer Gemeinde.
Deshalb ist es wichtig, dass es den Feldgeschworenentag gibt, um auch der Öffentlichkeit bewusst zu machen, was Ihre Aufgabe ist. Diese Wertschätzung Ihrer Arbeit kann ich nur unterstützen.
Der heutige Festtag zeigt das auf eindrucksvolle Art und Weise.
Die Dettelbacher haben heute gewaltiges auf die Beine gestellt.
An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an alle fleißigen Helferinnen und Helfer.
Als Abgeordnete im Bundestag sehe ich mich auch als Botschafterin unserer ländlichen Heimat.
Deshalb war es mir schon immer wichtig, unsere Heimat und unseren ländlichen Raum zu unterstützen und mich dafür einzusetzen.
Als Obfrau im Umwelt- und Bauausschuss darf ich bei Städtebauförderung direkt mitentscheiden.
Neben der Dorferneuerung – ist sie eine wichtige Säule – um auch kleine Städte und Gemeinden lebendig und liebenswert zu erhalten.
Ich freue mich außerordentlich, dass die Städtebauförderung auf ein Rekordniveau aufgestockt wird, von 455 Millionen Euro auf 700 Millionen Euro jährlich!
Das ist ein starkes Signal an unsere Städte und Gemeinden.
Denn wir können unsere wirtschaftspolitischen Ziele nicht erreichen, wenn wir nur auf die Metropolregionen und die Großstädte setzen!
Nicht nur die Großstädte, sondern auch die ländlichen Räume müssen von der Städtebauförderung profitieren.
Dafür mache ich mich auch weiterhin stark!
Liebe Feldgeschworene,
an Ihrem heutigen Festtag, an dem die Bewahrung der Grenzen zwischen einzelnen Flurstücken im Mittelpunkt steht, möchte ich noch auf einen weiteren Aspekt von „Grenzen“ eingehen.
Denn die Staats-Grenzen zwischen den einzelnen Ländern Europas verschwinden zusehends – wir sprechen auch von einem „Europa ohne Grenzen“.
Mit dem gemeinsamen Binnenmarkt und dem Schengener Abkommen ist dieses Europa für uns Realität geworden.
Vom geeinten Europa profitieren alle Bürgerinnen und Bürger.
Europa bringt uns Sicherheit, Wohlstand und – vor allem – Frieden.
Gerade in diesem Jahr – da sich der Beginn des 1. Weltkrieges zum 100. Mal jährt – ist es wichtig auf dieses große Friedensprojekt zu verweisen.
Am 25. Mai haben Sie die Möglichkeit, Europa bei der Wahl zum Europäischen Parlament mitzugestalten.
Europa geht uns alle an – gerade hier im ländlichen Raum.
Es ist wichtig, dass unsere unterfränkischen Interessen im Europäischen Parlament stark vertreten werden!
Von der Anzahl der Stimmen hängt es ab, ob Unterfranken mit einer starken Stimme im EU-Parlament vertreten ist!
Meine Bitte deshalb: Nutzen Sie Ihr Stimmrecht, gehen Sie am 25. Mai zur Wahl.
Meine Damen und Herren,
in einer immer schneller zusammenwachsenden, hochtechnisierten Welt, tragen Sie – die Feldgeschworenen – mit Ihrer engagierten Arbeit entscheidend dazu bei, die Vielfalt der fränkischen Kultur erhalten und ausgebaut wird.
Ihre Arbeit als Feldgeschworene ist eine große Bereicherung für unser Gemeinwesen.
Dafür möchte ich Ihnen nochmals danken!
Der heutigen Tagung wünsche ich weiterhin einen guten Verlauf und uns allen ein gutes Mittagessen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.