Rede im Wahlkreis
Sehr geehrte königliche Hoheit, liebe Christin Ungemach, Verehrte Damen und Herren, Liebe Freundinnen und Freunde des Frankenweins.
Nach einem souveränen, charmanten und fachkundigen Auftritt am Donnerstag stand fest, dass die neue Botschafterin des Frankenweins aus Nordheim kommt. An dieser Stelle noch einmal meinen herzlichsten Glückwunsch – haben Sie toll gemacht!
Vielen Dank für die Einladung heute hier in den wunderschönen Landkreis Kitzingen. Wir Franken wissen, wie man feiert – fast nirgendwo in Deutschland wird so gefeiert wie bei uns – vor allem, wenn es darum geht, auf eine Fränkische Weinkönigin anzustoßen. Unser Frankenwein gehört einfach dazu.
Liebe Christin, das Zeugs zur Weinkönigin wurde Ihnen sozusagen in die Wiege gelegt. Denn Ihre Mutter Petra (geborene Christ) hatte das Amt 1988 inne. Der elterliche Betrieb und die Leidenschaft für Wein und Weinberge waren dann sicherlich auch der Grund, dass Sie Weinbau studieren. Hierfür sind Sie sogar ins „Exil“ nach Rheinland-Pfalz. Umso mehr freue ich mich, dass Sie Franken und dem Frankenwein weiterhin verbunden sind.
Nun sogar für ein Jahr als Botschafterin des Frankenweins. Das Amt wird Sie an viele interessante Orte der Welt führen. Erinnere mich z. B. an Fränkisches Weinfest in Brüssel, bei dem Melanie Dietrich war.
Unser hervorragender Franken-Wein ist in ganz Europa bekannt und auch prämiert für seine Top-Qualität. Deshalb bin ich froh, dass wir in der EU für den Erhalt unserer fränkischen Weinbautradition erfolgreich kämpfen konnten: Für die geprüfte Qualität im Glas, für unsere Steil- und Hanglagen, für den Bocksbeutelschutz und für unser traditionelles Bezeichnungsrecht, so dass auch die Rebsorte und die Lage auf dem Etikett steht, z. B. Nordheimer Vögelein
Ein Punkt blieb damals offen: Die Pflanzrechteregelung. Nach Willen der EU-Kommission hätte der Anbaustopp 2010 fallen sollen. Wir haben erreicht, dass der Anbaustopp EU-weit bis einschließlich 2015 erhalten bleibt und nun, im Zuge der Agrarreform durch eine neue Pflanzrechteregelung bis 2030 ersetzt wird. Das ist ein Riesenerfolg. Es hätte eine Liberalisierung gedroht. Diese konnten wir abwenden! Nun geht es um die konkrete Ausgestaltung. Das was die EU-Kommission in diesem Zusammenhang vorgeschlagen hat, entspricht noch nicht ganz unseren Vorstellungen. Daher werden wir weiter kämpfen und uns für eine möglichst große Flexibilität für die Mitgliedstaaten einsetzen.
Denn wir Franken haben uns noch nie etwas nehmen lassen, von den Altbayern nicht unsere fränkische Identität und von Brüssel weder Wein noch Bocksbeutel. In diesem Sinne erhebe ich mein Glas und wünsche der frisch gebackenen Weinkönigin ein interessantes Jahr voller schöner Eindrücke. Zum Wohl.