primaSonntag, 29. Januar 2012
Fast jeder Mensch in Deutschland besitzt heutzutage ein Handy. Allein in Deutschland werden jedes Jahr mehr als 35 Millionen neue Mobiltelefone gekauft. Allerdings wird im Schnitt jedes Gerät nur 18 Monate benutzt und dann durch ein neues ersetzt. Viele Menschen steigen momentan auf die neuen Smartphones um. Doch was passiert dann mit dem alten Handy, das nicht mehr gebraucht wird?
Nur rund drei Prozent aller Althandys werden recycelt, mehr als 70 Millionen alte Handys liegen allein in Deutschland ungenutzt in der Schublade. Dies ist schade, denn ein Mobiltelefon enthält über 60 verschiedene Rohstoffe, darunter auch wertvolle und zum Teil seltene Metalle wie Gold, Silber, Palladium und Kobalt. Seltene Metalle sind schon jetzt schwer zu beschaffen und die Nachfrage nach Elektrogeräten steigt weiter an. Auf der anderen Seite enthalten Handys aber auch gefährliche Stoffe, die bei unsachgemäßer Entsorgung dem Menschen und der Umwelt schaden können.
Damit wertvolle Rohstoffe aus alten Mobiltelefonen und anderen Elektrogeräten in Europa besser gesammelt und wiederverwertet werden, hat das Europäische Parlament gemeinsam mit dem Rat eine Richtlinie über Elektro- und Elektronikschrott verabschiedet.
Künftig sollen mindestens 85 Prozent des Elektroschrotts in der EU eingesammelt werden. Mit einer besseren Sammlung und Verwertung von ausgedienten Elektrogeräten erreichen wir, dass wertvolle Rohstoffe zu neuen Produkten verarbeitet werden. Gleichzeitig verhindern wir, dass Schwermetalle und andere Schadstoffe in der Umwelt landen oder die Geräte illegal in Drittstaaten exportiert werden.
Um es den Verbrauchern möglichst einfach zu machen, gibt es eine besondere Regelung für sehr kleine Geräte wie Mobiltelefone oder elektrische Zahnbürsten. Künftig können diese elektrischen Geräte sowohl bei den kommunalen Sammelstellen als auch kostenlos beim Elektrohändler abgegeben werden – ohne die Pflicht, ein neues Gerät zu kaufen.
Deshalb meine Bitte an Sie: Geben Sie ihre alten Handys und Elektronikgeräte an den Sammelstellen ab. Helfen sie auf diese Weise mit, wertvolle Rohstoffe zu sammeln und die Umwelt zu schützen.