Anwältin mit Herz für unsere Heimat
Dafür stehe ich: Zuhören und Kümmern
Der Motor stottert: Wirtschaft ankurbeln
Migration begrenzen, Sicherheit stärken
Gesundheit und Pflege für alle sichern
Landwirtschaft stärken, Heimat lieben

Ziel ist der mündige Patient

Main Echo, 21. April 2010

Gerade in der zweiten Lebenshälfte ist es besonders wichtig, auf die Gesundheit zu achten. Ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung gehören dazu. Aber schon beim Einkauf wird es schwierig, entsprechende Informationen über die Zusammensetzung der Lebensmittel zu erhalten. Auch bei der Einnahme von Arzneimitteln und bei der Behandlung im europäischen Ausland besteht große Unsicherheit.
Unsere Mitarbeiterin Ruth Wietz sprach mit der Europa-Abgeordneten Anja Weisgerber über die Bestrebungen des Europäischen Parlaments, eine entsprechende Kennzeichnung der Inhaltsstoffe in Lebensmitteln zu erwirken und die Patientenrechte zu stärken.

Was ist das Ziel einer Lebensmittelkennzeichnung?
Anja Weisgerber: Gesunde Ernährung ist ein wichtiges Thema. Aber um uns ausgewogen zu ernähren, müssen wir wissen, was in den Produkten, die wir kaufen, enthalten ist. Oft können wir diese Information auf der Verpackung aber gar nicht finden. Darum möchte die Europäische Union eine bessere Lebensmittekennzeichnung einführen. Die Abstimmung im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments war hierzu eine wichtige Weichenstellung.

Wie sieht eine solche Kennzeichnung aus?
Anja Weisgerber: Zukünftig müssen alle verpackten Lebensmittel eine sogenannte Nährwertkennzeichnung für die wichtigsten Nährstoffe tragen. Danach muss auf der Verpackung klar erkennbar sein, wie viele Kalorien, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Salz, Eiweiß und Ballaststoffe sowie natürliche und künstliche Fettsäuren ein Produkt enthalten. Diese Angaben waren bislang nur freiwillig. Viele Produkte werden damit beworben, dass sie kein Fett enthalten. Den Hinweis, dass aber viel Zucker in einem Produkt enthalten ist, sucht man oft vergeblich. Das ist zukünftig nicht mehr möglich.

Welche Möglichkeiten hat das Europäische Parlament, Einfluss auf die Stärkung von Patientenrechten zu nehmen?
Anja Weisgerber: Es ist richtig, dass das Gesundheitswesen Ländersache der EU-Staaten ist. Doch für das Europäische Parlament gibt es viele Ansatzpunkte, die Patientenrechte zu stärken. Wer im europäischen Ausland krank wird, kann sich Dank der europäischen Gesundheitskarte überall behandeln lassen. Die Kosten tragen zu einem großen Teil die einheimischen Krankenkassen. Wenn der Beipackzettel eines Medikamentes aber zu Hause vergessen wurde, wird es schwierig. Patienten können den Beipackzettel weder im Internet abrufen noch sich von der entsprechenden Pharmafirma zuschicken lassen. Ein neuer Gesetzesvorschlag, möchte dies ändern. Der Zugang zu Informationen über Arzneimittel soll europaweit einheitlich geregelt werden.

Was könnte eine entsprechende Regelung bewirken?
Anja Weisgerber: Ziel des neuen Vorschlags ist die Stärkung des mündigen Patienten. Viele Therapien werden zu früh abgebrochen, Medikamente werden falsch eingenommen. Das kann gesundheitliche Langzeitfolgen für Patienten bedeuten; gleichzeitig werden die ohnehin schon strapazierten Gesundheitssysteme finanziell noch weiter belastet. Je besser Patienten aber informiert sind, desto sicherer ist es, dass sie ihre Medikamente korrekt einnehmen. Eine bessere Darstellung und eine verständlichere Aufbereitung des Beipackzettels können hier einen wichtigen Beitrag leisten.