Die Kitzinger, 11. April 2009
Betriebe und Beschäftigte sollen von offener Arbeitswelt in Europa stärker profitieren
WÜRZBURG (ke). Nach einer Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) werden im Jahr 2030 in Bayern bis zu 1,5 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Deshalb plädiert der stellvertretende vbw-Hauptgeschäftsführer Hubertus Räde für die Entwicklung einer Zuwanderungsstrategie, die den Erfordernissen des hiesigen Arbeitsmarktes gerecht wird. Räde diskutierte das Thema gestern im Rahmen der Europa-Veranstaltungsreihe der vbw vor rund 100 Gästen mit Dr. Anja Weisgerber, MdEP (CSU) und der bayerischen FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Nadja Hirsch (stellv. Fraktionsvorsitzende der FDP-Stadtratsfraktion München).
Unter dem Motto „Starkes Bayern – Starkes Europa: Potentiale einer offenen Arbeitswelt“ hatte die vbw zu ihrer Europa-Veranstaltungsreihe eingeladen. (…)
Den künftigen Fachkräftebedarf könne man nicht im eigenen Land decken. Die bayerische Wirtschaft müsse für qualifizierte Arbeitnehmer aus dem In- und Ausland attraktiv sein, so Räde. (…)
Die Europa-Abgeordnete Anja Weisgerber stellte das Arbeitnehmerfreizügigkeitsrecht als „das wohl wichtigste Recht“ heraus, das Einzelpersonen aus den Gemeinschaftsrechten herleiten können. (…)
Lebensstandard und Lohnniveau würden sich weiter angleichen, so Weisgerber. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels hierzulande biete die Freizügigkeit Zukunftsperspektiven hinsichtlich einer Belebung des Arbeitsmarktes. Durch Zuwanderung könnte das Phänomen des Fachkräftemangels. Offen sein allerdings immer noch die Frage, wer den europäischen Arbeitsmarkt regeln wird, die EU oder die Mitgliedstaaten. Hier ergebe sich ein weites Feld der Betätigung. Als Beispiel nannte Weisgerber den Streit um die Arbeitszeitrichtlinie.
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