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Wie gesund is(s)t Euroland?

Auszug aus Schweinfurter Tagblatt, 22. Mai 2010

Farbenspiel an der Europa-Schule Holderhecke: Anja Weisgerber eröffnet EU-Simulation

Schon in ruhigen Zeiten, wenn der Euro keinen Sternenkranz sieht, ist die Europäische Union mit ihren 27 Staaten für viele wohl mehr eine Zweckgemeinschaft, kein Liebesrausch in Gold und Blau. Die Schüler der Hauptschule Holderhecke haben, beim ganztägigen EU-Planspiel, über Meinungen zur Union abgestimmt – per Strichliste auf dem Flip Chart. Das Ergebnis, wenig überraschend: Die EU wird als etwas bürokratisch bewertet. Ob sie Vorteile gebracht hat und gemeinsame Regeln sinnvoll sind, darin halten sich Skepsis und Zustimmung die Waage.

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Im Planspiel geht es um die Kennzeichnung von Lebensmitteln in der EU, die mögliche Einführung der Ampel: Grüne Punkte für gesundheitlich unbedenkliche Produkte, rote fordern zu Zurückhaltung auf, gelb liegt dazwischen. Die Engländer haben's vorgemacht, andere sehen es skeptisch, so auch Weisgerber: Es gebe keine schlechten Lebensmittel, nur ungesunde Ernährung, zu viel Ampel auf der Packung sei verwirrend. „Muttermilch würde rot gekennzeichnet“, gibt sie ein extremes Beispiel. Wichtig sei, statt Ampel, gesunde Ernährung und – wie die einstige bayerische Tennismeisterin betont – viel Bewegung.

„Ein Traumjob“ sei die Arbeit bei der EU, sagt die gelernte Rechtsanwältin, die mal Lehrerin werden wollte, auf Nachfrage der „BRD“. Man könne selbst Gesetze mit auf den Weg bringen, gemeinsam in Sachen Klimaschutz, Sicherheit und Finanzen etwas bewegen, weltweit. „80 Prozent der Entscheidungen, die im Bundestag nur noch abgenickt werden, kommen aus Europa.“ Etwas schwierige Verhandlungspartner seien die Engländer, die Österreicher Deutschland näher, auch wenn es keine feste Koalitionen gebe.

Dann ihr Schwebheimer Büro: „Es ist Teil unserer Arbeit, dass man Europa vor Ort ein Gesicht gibt. Ein schöner Schlusssatz, oder?“ Findet auch Isabel Plocher, Bildungsmanagerin der EuroSoc aus Stuttgart, einer Beratergruppe für Europäische Fragen an Schulen, die das Projekt betreut. Die Argumente contra Ampel seien natürlich die Meinung der Konservativen, die Schüler dürften das anders sehen, so die Politologin. Es gehe darum, den Schülern ein Gespür zu geben, wie schwierig Verhandlungen auf EU-Ebene seien, findet auch Anja Weisgerber.

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