Die Kitzinger, 8. Januar 2009
Fränkischer Weinbau kann mit steigenden Mitteln aus der EU rechnen - Maßnahmenpaket
LANDKREIS KITZINGEN. Sie war mehr als umstritten, jetzt wirft sie doch ihren Ertrag ab: Die EU-Weinmarktreform spült schon in diesem Jahr 800 000 Euro nach Franken. In den kommenden Jahren werden die Weinbauern noch mehr Geld abrufen können. Von den Fördermitteln sollen Winzer, Selbstvermarkter und Erzeugergemeinschaften gleichermaßen profitieren.
Die Destillation von Billigweinen aus Südeuropa war den EU-Kommissaren schon lange ein Dorn im Auge. 500 bis 600 Millionen Euro kostet diese Destillation die EU im Jahr. Mit der Weinmarktreform sind die Destillationsbeihilfen abgebaut worden und die freien Gelder fließen nun in sinnvollere Maßnahmen. Ziel der Reform: Jeder EU-Staat soll seinen nationalen Weinbau gezielt und bedarfsgerecht fördern. Die Maßnahmen stehen in Franken bereits fest. In sechs bis acht Wochen wird das O. K. von der EU erwartet.
Ein Schwerpunkt des Programms, das vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten in enger Zusammenarbeit mit dem Fränkischen Weinbauverband und der Landesanstalt für Weinbau erarbeitet wurde, liegt in der Umstrukturierung und Umstellung von Rebflächen. (…)
Die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Konkurrenz aus Übersee steigern: Dieses Ziel hat sich die EU gesetzt und dafür jedem Mitgliedstaat einen nationalem Finanzrahmen bewilligt. Nach Deutschland fließen allein in diesem Jahr rund 23 Millionen Euro. Bis ins Jahr 2012 steigen diese Mittel auf etwa 38 Millionen Euro pro Jahr an. Die Gelder werden nach der Größe der insgesamt 13 deutschen Anbaugebiete verteilt. Franken erhält somit rund sieben Prozent aus dem Topf – ab 2012 partizipiert der fränkische Weinbau damit mit rund 2,3 Millionen Euro pro Jahr am nationalen Finanzrahmen.
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Während die beschriebenen Umstrukturierungsmaßnahmen bereits vom Ministerium abgesegnet wurden herrscht bei den angedachten Investitionsförderbeihilfen noch Gesprächsbedarf. (…)
Keine Frage gibt es bei einer anderen Zielstellung, die mit Hilfe der Fördermittel in Angriff genommen werden soll. Nicht nur innerhalb Frankens und Bayerns soll der Frankenwein getrunken werden, auch in den genannten Drittlandsmärkten sollen die Vermarktungschancen verbessert und neue Absatzmärkte aufgebaut werden. (…)
Bei allen Umstellungen gehen die Verantwortlichen fürsorglich mit der fränkischen Kulturlandschaft um. Die arbeitsintensiven Lagen, die den fränkischen Weinbau prägen, werden in den Förderrichtlinien besonderes berücksichtigt. (…)
Mit der Bilanz der EU-Weinmarktordnung ist die Europaabgeordnete der CSU, Dr. Anja Weisgerber, zufrieden. „Es ist uns gelungen, eine ausgewogene Weinmarktreform zu verabschieden, die auch den regionalen Bedürfnissen Rechnung trägt.“, sagt sie. Besonders freut sie sich, dass die Weinregion Franken in Zukunft auch finanziell stärker profitieren wird. „Auf diese Weise ist unser Frankenwein auch in Zukunft gut aufgestellt.“