MainPost, 25. November 2011
Das blaue CSU-Logo prangt nur versteckt am Rande der in Rosa und Schwarz gehaltenen Einladungskarten und Plakate. Ob deshalb so viele gekommen sind – zur „Lounge in the City“, zur „Ladies After Work Party“? Das „Markt 7“ in der Marktgasse ist jedenfalls voll wie selten an einem Donnerstagabend.
Bis zu 300 Gäste tummeln sich zu Gratis-Cocktails und Lounge-Musik. Der Erfolg gibt den CSU-Frauen recht, es mal etwas anders zu versuchen mit der Ansprache möglicher Wählerinnen und – noch besser – Mitstreiterinnen. Die Idee stammt aus der CSU-Landesleitung. Dorothee Bär, die Vize-Generalsekretärin aus den Haßbergen, ist auch bei der zehnten „Lounge“-Auflage gern vor Ort.
„Alle Generationen sind vertreten, Studentinnen genauso wie Geschäftsfrauen, CSU-Mitglieder und Nichtmitglieder. Und auch ein paar Männer.“ Zufrieden ziehen Bär und Anja Weisgerber, Bezirksvorsitzende der Frauen-Union, gegen 22 Uhr Bilanz. „Jede Menge Handtaschen“ habe sie verteilen müssen, so die Europaabgeordnete. Handtaschen? Diese Form hat der aktuelle Mitgliedsantrag der Frauen-Union. Aha.
Man beziehungsweise Frau muss sich was einfallen lassen, wenn man die Menschen für Politik interessieren möchte. Zu Parteiversammlungen in Wirtshaus-Hinterzimmern kommen allenfalls die Hardcore-Schwarzen. Und dann nur Männer. Lediglich 19 Prozent der CSU-Mitglieder sind Frauen. „Wir wollen mehr werden“, sagt Weisgerber, die in Schweinfurt-Land einzige CSU-Kreisvorsitzende in Unterfranken ist. Veranstaltungen wie die After-Work-Party sollen helfen, Netzwerke zu knüpfen. Bär: „So wie es Männer auch tun.“
Und ein Häppchen Politik darf auch dabei sein – zu Caipi und Prosecco. „Giga-Liner, Betreuungsgeld, Immobilienrecht, alles Themen, auf die ich angesprochen wurde“, sagt Bär. Selbst aus der Rhön und aus dem Spessart sind Frauen an diesem Abend nach Würzburg gefahren. Um mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm zu plaudern, mit Stadträtin Christine Bötsch – oder mit Jane Thomas vom Bundesverband der Lesben und Schwulen in der Union.
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