Bayernkurier
Als „völlig verfehlt“ kritisiert die umweltpolitische Sprecherin der CSU-Europagruppe, Anja Weisgerber, die Pläne der EU-Kommission, die Anreicherung von Wein mit Sacharose zu verbieten. Dagegen soll die Anreicherung mit Traubenmost, der nicht geschmacksneutral ist und den Charakter des Weins verändert, erlaubt bleiben. Im Zuge der geplanten Reform der Marktordnung für Wein, will Brüssel mit dem Sacharose-Verbot die Überschussproduktion in Europa eindämmen. Doch die hauptsächlichen Überschüsse werden in südlichen EU-Ländern erzielt, „die den Wein nicht mit Sacharose anreichern müssen“, erinnert die unterfränkische Europapolitikerin. Betroffen seien vor allem die deutschen Weine, die wegen ihrer hohen Qualität weltweit geschätzt würden. Weisgerber: „Das bedeutet eine einseitige Diskriminierung unserer klimatisch benachteiligten Anbauregionen.“ Bei den Rodungen habe sich die Kommission der Position des Parlaments angeschlossen, freut sich Weisgerber. Rodungsmaßnahmen sollen reduziert werden und sich auf Regionen beschränken, in denen minderwertiger, unrentabler Tafelwein angebaut wird. Weisgerber: „Wir sind in Unterfranken mit unseren hochwertigen Qualitätsweinen sehr gut aufgestellt. Deshalb werden wir von den Rodungen kaum betroffen sein.“