Bayernkurier, 17. Juli 2010
Das Europäische Parlament hat eine neue Verordnung zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlages verabschiedet. Künftig soll die Einfuhr von illegalem Holz und von aus illegalem Holz gefertigten Produkten in die EU verboten sein. Händler müssen sich Gewähr dafür verschaffen, dass das Holz, das sie verkaufen, aus legalem Holzeinschlag stammt. „Die Bekämpfung der illegalen Abrodung der tropischen Regenwälder hat gravierende Auswirkungen auf die Artenvielfalt im Lebensraum Wald“, erläutert die umweltpolitische Sprecherin der CSU Europagruppe, Anja Weisgerber. Wälder seien der Lebensraum für rund die Hälfte aller bekannten Tier- und Pflanzenarten. Weisgerber: „Die Regenwälder haben immense Bedeutung beim Kampf gegen die globale Erderwärmung.“ Derzeit gingen jedes Jahr etwa 13 Millionen Hektar Wald verloren. Um unnötige bürokratische Auflagen für kleine heimische Waldbesitzer zu vermeiden, votierten die Europaabgeordneten für die Möglichkeit, Waldbesitzer von den Sorgfaltspflichtregelungen auszunehmen, wenn in einem Mitgliedstaat – so wie in Bayern – anerkannte Zertifizierungssysteme die Einhaltung einer geregelten Forstwirtschaft unter Beachtung hoher nationaler Standards gewährleisten. Weisgerber: „So tun wir etwas gegen die weltweite illegale Abholzung, ohne dabei unsere heimische Forst- und Holzwirtschaft mehr als notwendig zu belasten.“