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Von Verbraucherschutz bis Gen-Problematik

Auszüge aus Mainpost, 8. August 2009

Besuch der Europaabgeordneten Anja Weisgerber Höhepunkt des Europaprojekts

Im Rahmen des Europaprojekts der Ludwig-Derleth-Realschule kam die am Sonntag wiedergewählte Abgeordnete des Europaparlaments der CSU, Anja Weisgerber, zu einem Erfahrungsaustausch an die Schule.

Die Politikerin besuchte zunächst den Französischunterricht der Klasse 10c, den Realschullehrerin Michaela Holzheimer hielt. Im Anschluss folgte ein Gespräch mit Schülern der 10. Jahrgangsstufe in der Schulbibliothek. Realschullehrer Stefan Meusert fungierte dabei als Moderator.
Anja Weisgerber ging zuerst auf ihre berufliche Laufbahn ein. Sie ist eine promovierte Anwältin und seit 2004 Mitglied des Europäischen Parlamentes. Sie habe somit die Chance, unterfränkische Interessen in Europa zu vertreten. Dort sei sie unter anderem für die Volksgesundheit und den Verbraucherschutz zuständig.

Europa kann Vorreiter sein
Im Umweltausschuss engagiere sie sich insbesondere für die Forcierung des Einsatzes erneuerbarer Energien, zum Beispiel Energie aus Biomasse und Windenergie. Auch wasserstoffbetriebene Autos müssten weiterentwickelt werden, sagt sie. Europa könne Vorreiter der globalen Klimapolitik sein. Entscheidungen über einheitliche Zulassungsvorschriften liefen zu 80 Prozent über das EU-Parlament. So sei auch der fränkische Bocksbeutel rechtlich geschützt. Die Frage eines Schülers zur Asylpolitik zeigte auf, dass man hier noch zu einer einheitlicheren Vorgehensweise kommen müsse. Die Schüler wollten wissen, ob es etwas bringe, sich in solchen Angelegenheiten an die Politiker direkt zuwenden. „Ich nehme jede E-mail ernst“, antwortete die Abgeordnete. Man war sich darüber einig, dass die Länder, aus denen Asylanten einträfen, auch vor Ort unterstützt werden müssten…

Die Schüler fragten weiter, warum sehr viel Geld für Banken, nicht aber für die Bildung ausgegeben werde. Die EU sei dafür im Detail nicht zuständig, erläuterte die Abgeordnete. Die Bildungspolitik liege in der Hände der jeweiligen Bundesländer, aber es gebe sogenannte EU-Förderprogramme. So könne man innerhalb der EU für ein Jahr an einem gemeinnützigen Projekt teilnehmen. Dazu gebe es verschiedene, von der EU geförderte Programme, wie den Schüleraustausch sowie Auslandsstipendien. Wichtig sei, dass die Studienabschlüsse innerhalb der EU-Staaten gegenseitig anerkannt seien und so der Ausübung einer Tätigkeit im Ausland nichts im Wege stehe.
Im Anschluss ging die Politikerin noch auf die aktuelle Frage zur Gen-Problematik ein. Die in der Medizin bereits erfolgreich angewendete Technologie sollte erst nach genauer Prüfung wissenschaftlicher Erkenntnisse angewandt werden. Weisgerber begrüßte die Bürgerbewegung, die sich dafür einsetzt, dass die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) der Sicherheit und Forschung im Bereich der Erzeugung von Lebensmitteln oberste Priorität einräumt.

„Konstruktiv mitgestalten“
„Wie wird man Politikerin?“ lautete die Frage einer Schülerin. Politiker oder -in könne jeder werden, so Anja Weisgerber, der zum Beispiel ehrenamtliches Engagement zeige, der nicht nur „meckere“, sondern auch bereit sei, etwas konstruktiv mitzugestalten…

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