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Volkach im Kopf, Europa im Blick

Auszug aus Mainpost, 20. Oktober 2009

Wie die 24-jährige Stadträtin Katrin Blendel in Brüssel ihren Horizont erweitert
Ihren Volkacher Ratssessel hat Stadträtin Katrin Blendel in den letzten Wochen der Semesterferien gegen einen Platz im Europabüro der bayerischen Kommunen in Brüssel eingetauscht.
Aufgabe des Europabüros ist es, die Interessen der bayerischen Kommunen zu vertreten und ihnen eine Stimme in Europa zu verleihen. Dabei ist es Katrin Blendel nicht schwer gefallen, sich einzuarbeiten. „Einen besseren Praktikumsplatz hätte ich nicht erwischen können“, sagt die gebürtige Escherndorferin im Gespräch mit der Main-Post. „Hier verbindet sich mein Studium mit dem europarechtlichen Schwerpunkt und der Stadtratsarbeit.“

Bereits in der ersten Woche verfasste die Studentin eigenverantwortlich einen Bericht über die neuesten Entwicklungen in den Parlamentsausschüssen. Dort stellte der Vizepräsident der Kommission, Günter Verheugen, den Vorschlag über die Richtlinie zum Zahlungsverzug vor. „Und neulich wäre ich am Aufzug beinahe mit dem Kommissionspräsidenten, José Manuel Barroso, zusammengestoßen. Man sollte hier immer die Augen offenhalten“, sagt Katrin Blendel schmunzelnd.

Der Arbeitstag endet für die Praktikanten selten um 18 Uhr, auch danach finden interessante Veranstaltungen statt. So berichtete Edmund Stoiber auf Einladung der Hanns-Seidel- und der Bertelsmannstiftung im September über den Bürokratieabbau in Europa. Laut Katrin ein typischer Abend in Brüssel. Wer dort lebt, der weiß oft schon heute, was morgen in der Zeitung steht. „Trotzdem bleibe ich entspannt und genieße die Zeit hier“, erzählt sie weiter. Dabei hilft den Praktikanten besonders das „Networking“. So heißt es, wenn man bei einem Glas Wein Kontakte für die berufliche Zukunft knüpft.

(...)

Ein Aufenthalt in Brüssel verändert auf jeden Fall den Blickwinkel. „Wir Stadträte befassen uns immer mit einem konkreten Problem, wie mit der Umgehungsstraße für Gaibach oder dem Dorfplatz in Escherndorf. Auf europäischer Ebene werden die Kommunen ganz anders wahrgenommen. Der Klimawandel zum Beispiel ist globales Problem. Ohne den Einsatz der Städte und Gemeinden lässt er sich weder aufhalten noch verlangsamen. Wir haben hier eine wichtige Aufgabe“, berichtet die 24-Jährige. „Ich habe viele Ideen und Anregungen durch die Zeit in Brüssel gewonnen, die ich zu Hause anpacken will. Es gibt viel zu tun!“


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