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Viele Schweinfurter Briefwähler Deutlich mehr als 2004 und andere Städte – Wahlforscher in SW in Aktion

Auszüge aus Mainpost, 3. Juni 2009

Wahrscheinlich liegt es daran, dass Schweinfurt mit Anja Weisgerber (CSU) und Kerstin Westphal (SPD) zwei aussichtsreiche Europakandidatinnen hat: Bis Anfang der Woche hatten jedenfalls 3617 Bürger Briefwahl beantragt. Im Vergleich mit anderen Städten wie Würzburg oder Aschaffenburg sind das „sehr viele“, sagte der städtische Wahlleiter Winfried Braun.




Wahlberechtigt sind am Sonntag 39 767 Schweinfurter. Das sind leicht mehr als bei der letzten Europawahl 2004, als allerdings nur jeder Dritte wählen ging. Der Prozentsatz lag bei 35,11 Prozent. Im Jahr 1999 beteiligten sich noch 42,35 Prozent der Schweinfurter an der Europawahl.

Wegen des vor allem pfingstferienbedingten Runs auf die Briefwahl – schon jetzt 1200 mehr als bei der Europawahl 2004 – hat die Stadt zehn Briefwahllokale eingerichtet, damit es beim Auszählen zügig geht. Ihre Stimme können die nicht urlaubenden Schweinfurter in den bekannten 46 Wahllokalen abgeben. Hinzu kommen zwei mobile Lokale etwa für die Pflegeheime.

Im Einsatz sind 380 Helfer, großteils entsandt von den Parteien, viele rekrutiert bei der Stadt. Obwohl es immer schwieriger wird genügend Leute zu finden, sei das dieses Mal anders gewesen, freute sich Braun.

Den Wählern stehen 31 Parteien zur Wahl. Alle 1254 ausländischen EU-Bürger wurden im April mit einem Informationsbrief in der jeweiligen Heimatsprache über ihre Wahlmöglichkeiten informiert.

Wahl von 8 bis 18 Uhr
Nach Schließung der ab 8 Uhr geöffneten Wahllokale um 18 Uhr werden die Ergebnisse ins Rathaus weitergeleitet und dort über einen Beamer im Großen Sitzungssaal präsentiert. Die ersten Schnellmeldungen werden – vom Bürger live verfolgbar – ab 19 Uhr erwartet. Mit dem Endergebnis rechnet die Stadt spätestens ab 22.30 Uhr.

Vor dem Wahllokal in der Kerschensteiner Schule führt die Firma Infratest dimap im Auftrag der ARD eine anonyme und freiwillige Befragungen der Wähler zu ihrem Wahlverhalten durch. dimap macht das seit 1997 zu allen Wahlen für die ARD. Wesentliche Grundlage für die Information der Fernseh- und Hörfunkstudios ist diese repräsentative Wählerbefragung am Wahltag. Dazu wurden 580 Wahllokale in ganz Deutschland ausgewählt, eines in Schweinfurt.

Korrespondenten der Firma Infratest werden die Wähler nach Verlassen des Wahlraumes ansprechen und bitten, einen kurzen Fragebogen auszufüllen. Der wird dann in eine Pappurne eingeworfen. Von zehn angesprochenen Wählern nehmen in der Regel bis zu acht an der Befragung teil.

Auf dem Fragebogen wird zuerst nach der Wahlentscheidung gefragt. Darüber hinaus werden soziodemografische Merkmale wie Alter, Geschlecht, Berufstätigkeit und einige für die Wahlentscheidung ausschlaggebende Aspekte erhoben. Stündlich werden die Ergebnisse telefonisch in die Datenzentrale der Firma Infratest gemeldet. Auf der Basis dieser Befragungen entsteht die Prognose, die um 18 Uhr in der ARD präsentiert wird. Darüber hinaus sind die Daten der Wahltagsbefragung Basis für eine Reihe weiterer Analysen des Wahlergebnisses (wie zum Beispiel Wählerwanderung).

Weiterhin sind erneut auch Schweinfurter Stimmbezirke für statistische Zwecke ausgewählt worden und zwar die Wahllokale Schweitzer-Schule Bergl, Auenschule, Jugendhaus, TG und Pfarrei Maximilian Kolbe am Deutschhof. Die Wahlscheine dieser Wähler tragen oben rechts verschiedene Buchstaben, die den Statistikern nach der Wahl Aufschluss über das Geschlecht, das Alter und die gewählte Partei geben. Laut Braun ist das Wahlgeheimnis allerdings zu jeder Zeit gewahrt, weil die Stadt die Wahlverzeichnisse mit den Namen und Adressen der Wähler nicht an das Statistische Landesamt herausrückt.

Anja Weisgerber in München
Wer am Sonntag plötzlich erkrankt, kann dennoch mitwählen. Dazu ist es nötig, dass ein Dritter, versehen mit Vollmacht, ausgefülltem Wahlantrag (Rückseite der Wahlbenachrichtigung) und Ausweis bis 15 Uhr bei der Wahlleitung (ausgeschildert) im Rathaus vorgesprochen hat.

Die SPD will am Sonntag mit ihrer Kandidatin Kerstin Westphal in Schweinfurt eine Party feiern, Anja Weisgerber bevorzugt einen Aufenthalt bei der Feier ihrer CSU in München.
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