Main Post
JU Haßberge diskutierte mit Bund-Naturschutz-Landesvorsitzendem
Augsfeld: Auf einer Umwelttagung der Jungen Union (JU) Haßberge hat der Landesvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN), Professor Hubert Weiger, über nachhaltige Energiepolitik referiert. Das Ergebnis des ungewöhnlichen Treffens: JU und BN stimmen in vielen, aber nicht allen Punkten überein.
Auf der Umwelttagung am Wochenende in Augsfeld war Energie ein Schwerpunkt. Die JU hatte den Vorsitzenden des Bundes Naturschutz Bayern, Professor Hubert Weiger, als Referenten eingeladen. Nicht ohne Grund, betonte die Abgeordnete des Europäischen Parlaments und ehemalige Leiterin des Arbeitskreises Umwelt der JU Bayern, Dr. Anja Weisgerber. Denn die Union suche die Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden. Bayern sei Vorreiter in Sachen Umweltschutz, sagte sie. "Diese Vorreiterrolle hängt auch eng mit der Geschichte des Bundes Naturschutz, aber auch anderen Naturschutzverbänden zusammen"" ergänzte Hubert Weiger. Die zentrale Forderung in der Umweltpolitik sei Nachhaltigkeit. "Ich muss von den Zinsen des Kapitals leben und nicht vom Kapital selbst", erläuterte Hubert Weiger diese Forderung mit einem Vergleich. Angesichts von Klimawandel und begrenzten Vorräten an fossilen Brennstoffen fordere der Bund Naturschutz ein Umdenken in den Haushalten, deren Energieverbrauch am stärksten angestiegen sei. Möglichkeiten zum Sparen von Energie seien vielfach vorhanden, von effizienter Wärmedämmung bis hin zum Abschalten von Geräten statt Stand-By-Betrieb. Um dies zu erreichen, müsse in der Bevölkerung umgedacht werden. Bereits in der Schule sollten Kinder zum Energiesparen erzogen werden, forderte Weiger.
Die Handwerker können profitieren Eine weitere Forderung des BN ist der Ausbau erneuerbarer Energien. Bis zum Jahr 2030 soll laut VN die Energie nicht mehr zum Großteil aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden, sondern durch die Sonne, den Wind, das Wasser oder Biomasse. Es liege an den Handwerkern, die von diesen Techniken profitieren, Überzeugungsarbeit zu leisten, betonte Weiger. Die Energieersparnis würde Kosten der Anschaffung ausgleichen. "Unser Energiekonzept basiert auf denselben Überzeugungen", stellte Dr. Anja Weisgerber fest. Keine Übereinstimmung gebe es allerdings in der Atomfrage: Wo der BN den sofortigen Ausstieg will, ist die JU dagegen für eine Beibehaltung der Kernenergie. Der BN ist laut Professor Weiger für Planung statt Privilegierung von großflächigen Photovoltaikanlagen und Windkraftanlagen. Gerade bei der privilegierten Windkraft hätten Behörden kaum Handlungsspielräume: Stellt ein Investor einen Antrag auf Errichtung eines Windrades, muss dieser meist genehmigt werden. Die Ergebnisse sind laut Weiger nicht immer sinnvoll. Auch Dr. Gerhard Weinmann vom Landratsamt Haßberge kritisierte, dass die Privilegierung den Behörden die Hände bindet. Der JU-Bezirksvorsitzende, Steffen Vogel, fragte nach dem Vortrag, woran es liegen könnte, dass die "grüne" Seite der Union in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird. Schließlich habe das Referat in vielen Punkten Übereinstimmungen zwischen JU und BN bewiesen. Professor Weiger vermutet zwei Gründe: Zum einen interessiere sich die CSU in Bayern zwar für Umwelt, im Rest des Landes fehle es jedoch an profilierten Umweltpolitikern. Zum zweiten kritisierte Hubert Weiger, dass die Politik aller Parteien vor allem Machtkampf und weniger Sachdiskussion sei. "Das scheint mir eine der Hauptursachen zu sein."