Bayernkurier, 12. Februar 2011
Wohin mit dem alten Handy und dem ausgedienten Föhn? Künftig sollen elektrische Kleingeräte gebührenfrei beim Elektrohändler abgegeben werden können. Anja Weisgerber, Sprecherin für Umwelt der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, begrüßt das verbraucherfreundliche Votum des Parlaments zur Revision der sogenannten Elektroschrott- Richtlinie: „Wer fährt schon zum Wertstoffhof, um eine alte elektrische Zahnbürste abzugeben? Die Rückgabe beim Händler nebenan, zu dem man eventuell sowieso geht, um eine neue Zahnbürste zu kaufen, ist absolut verbraucherfreundlich.“ Das unkomplizierte Abgabeverfahren sieht die unterfränkische Europapolitikerin auch als doppelte Chance für den Handel: „Wer sein altes Gerät abgibt, braucht eben in den meisten Fällen auch ein neues.“ Zum anderen zahlten Rohstoffhändler den Einzelhändlern viel Geld für die alten Geräte, um sie zu recyceln. Der Großteil der elektrischen Kleingeräte landet leider im normalen Hausmüll, sagt Weisgerber. Das sei nicht nur verboten, sondern auch gefährlich:
Handys oder Rasierapparate enthalten Stoffe, die schädlich für Gesundheit und Umwelt sein können, wenn sie nicht fachgerecht entsorgt werden. Zudem gingen wertvolle Rohstoffe verloren. Weisgerber: „Vor dem Hintergrund des drohenden Rohstoffmangels gerade für den innovativen Technologiestandort Deutschland ein großes Problem.“