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GVA

Delegationen von GVA, ZDK und ADAC konnten in Schweinfurt gemeinsam mit Vertretern der Mezger GmbH + Co KG sowie ZF-Trading der Europaabgeordneten Dr. jur. Anja Weisgerber aufzeigen, wie wichtig technische Daten für die gesamte Kfz-Branche sind.
Mit dem Vorhandensein aller reparaturrelevanten technischen Daten steht den Kfz-Werkstätten bereits zur Verfügung. Trotzdem enthalten die Fahrzeughersteller den freien Werkstätten wichtige Daten für die Kfz-Reparatur vor, die dann z. B. nur über spezielle Herstellercodes oder die eigene Organisation bezogen werden können. Der Informationsfluss zwischen Automobilherstellern und freien Werkstätten läuft in der Praxis unbefriedigend, obwohl die Hersteller dazu verpflichtet sind. Damit diese Wettbewerbsbeschränkung ein Ende finden, setzen sich GVA und ZDK vehement für den ungehinderten Zugang zu allen technischen Daten ein. Dieses Recht soll in der Euro-5-Verordnung festgeschrieben werden.
Ein wichtiger Vorstoß in diese Richtung war das Meeting am 28.04.2006 in Schweinfurt mit der Europaabgeordneten Dr. jur. Anja Weisgerber, die als Berichterstatterin des EU-Binnenmarktausschusses eine Stellungnahme zum Euro-5-Verordnungsentwurf verfasst. Das Informationsgespräch zum Euro-5-Vorschlag der EU-Kommission und dem Zugang zu den Reparaturinformationen (Kapitel III des Verordnungsentwurfes) fand auf Wunsch der Europaabgeordneten in ihrer Heimatregion statt. Gastgeber „vor Ort“ waren die Mezger GmbH + Co. KG und ZF Trading. An der Veranstaltung nahmen neben Dr. Weisgerber federführend Hand Jürgen Wahlen und Marieta Kloster vom GVA, ZDK-Vizepräsident und Bundes-innungsmeister Wilhelm Hülsdonk sowie Hans-Walter Kaumanns und Ralph Mermagen vom ZDK, Anton Demmel, Leiter Test und Technik beim ADAC und Katrin Stroech, Juristin Verbraucherschutz beim ADAC, Ralph Denzer, Inhaber Mezger GmbH + Co KG, Günter Schimmel, der technische Betriebsleiter und Bernd Lutz, der dortige Werkstattleiter teil. Die Bedeutung von technischen Informationen stellte GVA-Geschäftsführer Hans Jürgen Wahlen entlang der Lieferkette dar. ZDK-Vize Wilhelm Hülsdonk wies darauf hin, dass das Thema technische Daten kein partikulares Problem der freien Werkstätten sei, sondern die komplette Kfz-Branche betrifft. Er machte dies am Beispiel eines BMW-Händlers deutlich, der einen Mercedes in Zahlung nimmt. Wenn der BMW-Händler das Fahrzeug verkaufen will, muss er es allein schon wegen der Sachmängelhaftung prüfen und instandsetzen können.
Praktische Demonstration der gravierenden Probleme
Um dies der Europaabgeordneten, die selbst aus einem mittelständischen Familienunternehmen stammt, praktisch vor Augen führen zu können, fanden einige Demonstrationen statt. So beispielsweise eine AU bzw. Fehlerdiagnose am Steuergerät mit eingeschränkter Funktion an einem eigens dazu vorbereiteten Opel Astra. An diesem Beispiel erläuterte Werkstattleiter Bernd Lutz, wo die freie Werkstatt mangels technischer Informationen an ihre Grenzen stößt. Im Falle des Steuergerätes (z. B. beim Fehlercode P0607) hieße das für die markenfremde Werkstatt: ein neues Steuergerät einbauen. Dieses ist aber nur beim Hersteller programmierbar. Also müsste das Kundenfahrzeug zur Opel-Vertragswerkstatt gebracht und dort das Steuergerät programmiert werden. Welcher Aufwand und welche Kosten da entstehen, wurde so schnell allen Teilnehmern klar. Mit weiteren Beispielen aus der täglichen Reperaturpraxis verdeutlichten die Mezger-Spezialisten die Problematik eindrucksvoll. Die EU Abgeordnete Dr. Weisgerber signalisierte, sich für den Erhalt des Kapitels III im Verordnungsentwurf einzusetzen.
Von der Teilversorgung zum Teilbezug
Eine Demonstration der Leistungsfähigkeit des Hauses Mezger sowie der Besuch bei ZF Trading in Schweinfurt sollten dazu beitragen, die Lieferkette im Kfz-Gewerbe transparent zu machen. An elf Standorten in Deutschland setzt die Mezger GmbH + Co KG rund 70 Millionen Euro mit Kfz-Teilen und im Ausrüstungsbereich um. Die Teilelieferung erfolgt bis zu dreimal täglich in allen Regionen. Mittels dieser hohen Leistungsfähigkeit werden die freien Werkstätten in die Lage versetzt, ihren kunden optimale Servicebedingungen bieten zu können. Beim anschließenden Besuch bei ZF Trading führten Autocrew-GF Thomas Bothe und Logistik-Leiter Frank Lößl den Teilnehmern die Kompetenz des Unternehmens in der Logistik für das weltweite Handelsgeschäft vor. Sowohl die Verbandsteilnehmer wie auch die EU-Abgeordnete Dr. Anja Weisgerber zeigten sich von der Fülle und Darbietung der Informationen beeindruckt. Aber auch für die Teilehersteller gilt: Sie sind auf die Informationspflicht der Automobilhersteller angewiesen, das sie sonst nicht in der Lage sind, die „passenden“ Ersatzteile zu produzieren, die von dem Prüfsystem akzeptiert werden.