Haßfurter Tagblatt
CSU Mechenried feierte ihr 40-jähriges Bestehe – Verdiente Mitglieder geehrt –
Hochkarätige Prominenz gratulierte
Mechenried „Geradie die Ortsverbände der beliebten bayerischen Volkspartei CSU sind es, die die Partei bayern- und bundesweit politische Geschichte schreiben ließ“ so die Bundestagsabgeordnete Dorothee Mantel in ihrer Laudatio über einen der ältesten Ortsverbände Bayerns, die CSU Mechenried. Das politische Ehrenamt auf lokaler Basis erleichtere die Arbeit, da auf dieser zwischenmenschlichen Basis bereits viele Weichen gestellt würden.
„Wir kennen viele unsere Mitglieder persönlich“, so Mantel. Viele Entscheidungen und Wegfindungen gingen so leichter vonstatten.
Begonnen hatte das Jubelfest im Sportheim des SV Rot Weiß Mechenried in familiärer Atmosphäre. Rainer Krapf war mit seinem Pferdegespann zugegen, lud die Gäste zu einer Rundfahrt durch die Mechenrieder Flur ein. Bei gemütlicher Kaffeerunde trafen nach und nach die geladenen Ehrengäste ein. Die Landtagsabgeordneten Dr. Bernd Weiß und Sebastian von Rotenhan, Staatssekretär a. D. Albert Mayer, Anja Weisgerber, Kandidatin für das Europaparlament, und Bundestagsabgeordnete Dorothee Mantel fühlten sich sichtlich wohl in Mechenrieds Sportheim.
Ein stolzer Bürgermeister Theo Diem trug zur Feier des Tages seine Amtskette, begrüßte die „ganze Politprominenz und die beiden schönsten Frauen“ aufs herzlichste. „Wir wollen Brücken bauen, von Herz zu Herz“, so Diem in seiner Rede.
Klar, dass bei so viel hochkarätigem Besuch die politischen Themen in den Grußworten und Reden nicht zu kurz kam. Mantel ging mit den derzeitigen Geschehnissen im Bundestag hart ins Gericht, führte dazu die Ereignisse der letzten Woche ins Feld. „Da wird von der Erhöhung der Mehrwertsteuer gesprochen, die Sparerzulage soll abgeschafft werden und am nächsten Tag wird alles wieder dementiert und abgewiegelt!“ Die logische Konsequenz aus dem Handeln der amtierenden Koalition von Rot Grün sei Politikverdrossenheit und eine tiefgreifende Verunsicherung der Bürger im Lande. „Der Wähler hat die Schnauze voll“, so Mantel mit derbem Vokabular, aber den Zuhörern aus der Seele sprechend. Politik sei ohne Vertrauen der Bürger nicht machbar und gerade in schwächeren Regionen sitzen die Maßstäbe anders. Auf der Fahrt nach Mechenried durch das schöne Hassbergland sei ihr bewusst geworden:
„Ich bin verliebt in die fränkische Landschaft!“ Dennoch ihr Fazit: „Wir wohnen leider nicht im Speckgürtel rund um München!“ Deshalb sei es wichtig, dass gerade die fränkische Region stark vertreten sei, in Bund- und Landesgremien.
Dr. Bernd Weiß, seit den letzten Landtagswahlen im Landtag Bayerns als Vertreter des Stimmkreises Hassberge-Rhön/Grabfeld unterstrich die Vorrednerin in Punkto Volkspartei:
„Wir brauchen viele Ohren am Bürger, um deren Sorgen und Nöte zu kennen!“
Er erinnerte an das Jubiläums-Jahr 2003. Seit nunmehr 41 Jahren stelle dies mit absoluter Mehrheit. Aber nicht nur die Landesebene sei wichtig; die anstehenden Europawahlen seien im Ergebnis ebenso für die Entwicklung des Landes entscheidend.
Diem ergriff hier, an die beiden Landtagsabgeordneten Weiß und Rotenhahn gerichtet, das Wort. Er sprach die Diskrepanz der Fördermittel im innerbayerischen Nord-Süd-Gefälle an. „In München wird viel mehr Geld verbraucht, als bei uns im fränkischen Raum ankommt!“ Er bat die beiden Abgeordneten, sich weiterhin im Kampf um Fördermittel für die Hassberge stark zu machen. In Kleinmünster habe man zwar schon viel geleistet, dennoch stehen bei den Dorfverschönerungsarbeiten noch einige Aufgaben an, die sich das klamme Gemeindesäckel aus eigener Tasche nicht leisten könne. Anja Weisgerber hat ein klares Ziel: Sie will eine von 100 Abgeordneten aus den deutschen Reihen im Europaparlament werden. Dazu, so die einstige bayerische Tennismeisterin, brauche Bayern bei den anstehenden Wahlen eine möglichst starke Wahlbeteiligung.
Sie bekannte aber auch, dass selbst Europa sparen müsse. Außerdem sollten einige Entscheidungen dieses Parlamentes nicht so weitgreifend für die Mitgliedsstaaten sein. „Wir brauchen an manchen Stellen nicht mehr, sondern weniger Europa!“ Ihre Aussage zielte speziell auf lokale Projekte wie beispielsweise die Wasserversorgung der Gemeinden.
Eigentlich war Sebastian von Rotenhan als Zuhörer angereist, entsprach aber gerne der Bitte des Gemeindeoberhauptes, ein Grußwort zu sprechen. Eines der großen Talente des Freiherrn aus Rentweinsdorf. Die linke Hand lässig in der Hosentasche, zauberte er eine leidenschaftliche Grußrede aus dem Ärmel, die die Wichtigkeit der Ortsverbände unterstrich. „Wir sind eine lebendige Partei, nicht immer einer Meinung, aber wir haben eine Streitkultur erarbeitet, die sich sehen lassen kann!“ Man müsse bei demokratischen Entscheidungen auch verlieren können, das zeichne den guten Demokraten aus. Wichtig sei es zudem, dem Nachwuchs den Weg zu bereiten, nichts wie in der Koalition auf Bundesebene üblich, ständig an den Stuhlbeinen der Führungskräfte zu sägen.
Staatssekretär a. D. Dr. Albert Mayer dankte den Mechenrieder Parteifreunden für die 32 Jahre währende Unterstützung in seiner Amtszeit als Abgeordneter. Für die derzeitige Misere im Lande seien die Ursachen nicht bei der deutschen Wiedervereinigung zu suchen. Der Knackpunkt dazu liege weiter zurück: „Die 68er Kulturrevolution ist der Ausgangspunkt der Probleme, die wir noch heute tragen!“ Damals sei der Konjunkturmotor des boomenden Wirtschaftswunder ins Stottern geraten und habe sich niemals mehr richtig rund bewegt.
Ehrungen für altgediente Parteifreunden
Ein runder Geburtstag des Ortsverbandes bietet sich für solche Aktivitäten an, Bürgermeister Theo Diem eröffnete den Reigen der Ehrungen, Staatssekretär Albert Mayer verlieh den Würdeträgern Urkunden des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und steckte Ehrennadeln an.
Für 10 Jahre wurden Rainer Krapf und Erich Jackl dekoriert.
Rainer Ankenbauer ist seit 15 Jahren im Verband aktiv.
Seit 25 Jahren setzen sich Richard Braun, Oswald Paschek, Regine Räth, Dieter Ankermüller, Matthias Jackl, Adalbert Holzapfel, Roland Schnaus und Josef Schüler für die Partei ein.
Gründungsmitglieder und somit 40 Jahre bei der Stange sind: Edmund Ankenbauer, Leo Reuß, Theo Diem und Anton Diem. Letzterer war zudem 30 Jahre lang Schriftführer der CSU Mechenried.