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Stoiber: Europa mit CSU und nicht Rot/Grün

Volkszeitung

Der Ministerpräsident sprach gestern bei der Abschlusskundgebung der Partei vor dem Rathaus

Schweinfurt: Ja zu Europa, aber mit der bayerischen CSU und nicht mit den Flaschen von Rot/Grün, lautete die Quintessenz des gestrigen Auftritts von Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber bei der Abschlusskundgebung seiner Partei vor dem Rathaus (siehe auch Seite "Politik" in der heutigen Ausgabe). "Wenn Sie Einfluss nehmen wollen, dann sollten Sie unbedingt zur Wahl gehen", rief er den mehreren hundert Besuchern, die ihn aufgrund der (endlich einmal) hervorragenden Lautsprecheranlage auch auf der Marktplatz-Nordseite noch sehr gut verstehen konnten.

Die von der Blasmusik aus Sennfeld und der griechischen Folklore-Gruppe umrahmte, bestens organisierte, von der Polizei mit ziemlichen Aufwand überwachte und trotz der großen Hitze auch gut besuchte Veranstaltung begann pünktlich um 16 Uhr. Stoiber, der mit dem Hubschrauber auf dem Gelände der Feuerwehr gelandet und für 16.30 Uhr angekündigt war, begann seine Rede aber erst fast eine Stunde später. Die Moderatorin ("er wird auch Alpen-Edi genannt, aber das ist nicht korrekt") kündigte den Chef mit einem "vermutlich Würzburger Defiliermarsch" an. Gelächter.

Bis dahin hatte Brauhaus-Direktor Klaus Markfelder bereits mit sicherer Hand am Zapfhahn bewiesen, dass er auch da seinen Mann steht. Bis dahin hatte sich die ohne Sonnenschutz sitzende Prominenz, darunter Europaminister Eberhard Sinner, die EU-Abgeordnete Ursula Schleicher, OB Gudrun Grieser, Landrat Harald Leitherer, Abgeordnete, (einige wenige) Stadt- und Kreisräte sowie Bürgermeister, müde geschwitzt.

"Alles was Rang und Namen hat in Unterfranken", so Michael Glos, der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, bei seiner Begrüßung. Er lobte, dass Schweinfurt, "das industrielle Herz Unterfrankens, wieder so gut schlägt" und verlangte von der EU und ihren Kommissaren, sich auf die Kernaufgaben der EU zu konzentrieren, auf ein Europa der Vielfalt ohne Superbürokratie, auf die unbedingt nötigen Regelungen.

Gut angekommen ist bei den Zuhörern, dass man die CSU bei der Europawahl schon deshalb ankreuzen sollte, weil nur sie sich auch da als einzige Partei mit ihren Kandidaten klar zu Bayern bekennt. Bei der SPD, so Glos, seien nur zwei Bayern unter den ersten 30 auf der Liste, jedoch acht Kandidaten aus NRW; bei den Grünen tauche der erste Bayer gar erst auf Platz 20 auf. Aussichtslose Plätze also für Bayern bei Rot/Grün, aber ein hervorragender vierter Platz für die Unterfränkin Dr. Anja Weisgerber aus Schwebheim. Eine gute Wahlbeteiligung und ein hervorragendes Ergebnis sollten den Dank dafür zum Ausdruck bringen, wünschte sich Glos, ehe dann die Kandidatin an fünf Beispielen bekannt gab, wo sie sich im EU-Parlament "besonders einbringen" wollte.

Ein bisserl fad war sie gestern, die angeblich große CSU-Show, zumal CSU-General Dr. Markus Söder labbrige Artigkeiten an Franken als Urlaubsland und dazu bekannte Statements von sich gab wie: "Wir brauchen weniger Zuwanderung, aber ein deutliches Mehr an Sicherheit", oder: "Wir sind das mit Abstand am schlechtesten auf Europa vorbereitete Land, und der Grund für dieses Versagen liegt bei Rot/Grün".

Auch Stoiber brauchte seine Zeit und einen Schluck aus dem Brauhaus-Krug, ehe er in die Gänge kam und die Besucher für ihr Ausharren belohnte: Keine Türken in der EU! Keine Rußfilter aus Frankreich! Kein Europa ohne die Amerikaner (Beifall)! Und kein Deutschland mehr in diesem Europa als Gewerkschaftsstaat mit Politik von Rot/Grün, die ihm jeden Tag 1000 Arbeitsplätze und 100 Millionen Euro Zinsen für die aufgehäuften Schulden kostet!

Entweder müsse man sich einschränken oder leistungsfähiger werden. Die angehäuften hohen Standards mit immer mehr Schulden zu halten, sei der falsche Weg, so Stoiber. Unser starres Steuerrecht müsse weg, die Menschen müssten bereit sein, wieder 42 und mehr Stunden zu arbeiten, eben fleißiger werden.