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Sprit sparen und Klima schützen

Neue Presse Coburg, 25. August 2008

Haßfurt – Zwar haben die Benzin- und Dieselpreise seit ihrem traurigen Höchststand Mitte Juli derzeit etwas nachgegeben. Dennoch ist Autofahren in der heutigen Zeit für viele fast schon ein luxuriöses Vergnügen. Beim mittlerweile fünften Umwelttag der Jungen Union (JU) ging es auch deshalb um mögliche Einsparpotenziale. Ganz nach dem Motto „Bewusst mobil: Sprit sparen, Geld sparen, Klima schützen.“

Auf dem Marktplatz in Haßfurt bestand für die interessierten Besucher am Samstagnachmittag nach der Begrüßung von JU-Kreisvorsitzenden Sebastian Stastny (Ebern) darüber hinaus die Möglichkeit, sich an verschiedenen Ständen und mit einigen Experten über alternative Antriebsmöglichkeiten beziehungsweise Energien zu unterhalten. Etwa mit Hilmar Wolf aus Ellertshausen, der in seinem Betrieb in Schwebheim seit 1987 bereits 1500 Fahrzeuge auf Pflanzenöl umgerüstet hat und zudem Verbrennungstechnik für Dieselmotoren entwickelt.

Rapsöl aus der Region

Und mit dem Betrieb von reinem Pflanzenöl, welches dezentral in der Region angebaut, geerntet und gepresst werden kann, wird sogar die derzeit gültige Abgasnorm Euro 4 eingehalten „Der Vorteil liegt ganz klar darin, dass wir den Kraftstoff in der Gegend herstellen können“, machte Wolf deutlich. Gleichzeitig verwies er auf die „vorzügliche“ Energiebilanz des sofort verfügbaren, CO2-neutralen Kraftstoffs. „Zurzeit ist es auch noch billiger als Diesel.“

Einziger Haken bei Wolf: Er selbst rüstet nur Marken des VW-Konzerns um. Diese können dann unter anderem in Hainert an der sogenannten „Rapsölmühle“ von Alexander Böhner befüllt werden. „Salatöl kann man normalerweise in jedem Supermarkt kaufen. Das Konzept läuft aber über sogenannte landwirtschaftliche Ölmühlen.“ Aufgrund der benötigen Menge ist der Bezug von Landwirten in der Region „ganz klar ein Vorteil“. Böhner produziert täglich etwa 1500 Liter.

Viele Blicke zog ein paar Meter nebenan der Stand des ADAC-Nordbayern in Nürnberg an. Sowohl Daniela Aigenstuhler sowie ihr Kollege Uwe Haubner machten mit ihrer Aktion „Mobil mit Köpfchen“ darauf aufmerksam, welche einfache Möglichkeiten es bereits gibt, um den Verbrauch von Pkw´s mit den bisherigen Antriebstechniken zu senken. „Das persönliche Fahrverhalten ist dabei ausschlaggebend“, betonte Aigenstuhler.



Kofferraum entrümpeln


25 Prozent Reduzierung und somit eine gleich hohe Ersparnis wäre durchaus möglich, wenn der Kofferraum entrümpelt, unnötige Dachträger abmontiert, vorausschauend gefahren oder das Auto regelmäßig gewartet wird.

Ganz gespannt warteten die Besucher ebenso wie die Organisatoren sowie die politischen Gäste – auch Landtagsabgeordneter Dr. Bernd Weiß und CSU-Kreisvorsitzender Sigmund Kerker waren gekommen – auf ein ganz bestimmtes Auto. Andreas Klugescheid, demonstrierte schließlich den ersten „7er“ der mit Benzin und mit Wasserstoff betrieben werden kann. „Dieses Auto belegt eindeutig, dass auch ein großes, luxuriöses Auto grüner als alles andere auf der Straße sein kann“, sagte der 38-jährige Pressesprecher der BMG-Group in München und betrieb zugleich kräftig Werbung für die Technologie. Für ihn steht eines fest: Die drei Faktoren Klimawandel, Endlichkeit des Erdöls sowie politische Verfügbarkeit des Erdöls könnten mit dem Thema Wasserstoff angegriffen werden.

Luxuriös war indes nicht nur die Ausstattung des Boliden. Auch die technischen Daten – 260 PS, Höchstgeschwindigkeit 230 Stundenkilometer, Beschleunigung von Null auf Hundert in 9,5 Sekunden – beeindruckten. „BMW industrialisiert jetzt die Wasserstofftechnologie“, verwies Klugescheid voller Stolz auf die bis dato 100 gebauten Exemplare hin, die in insgesamt drei Millionen Kilometern beispielsweise mittels Crashtests sowie Kalt- und Warmlanderprobung in Schweden und Kalifornien durch den kompletten normalen Produktentwicklungsprozess gebracht wurden und somit alle Anforderungen erfüllen. „Die Vision vom emmisionsfreien Fahren und der nachhaltigen Mobilität können wir im Prinzip darstellen.“

Wann sich allerdings Ottonormalverbraucher ein Wasserstoff-Auto kaufen kann, steht noch nicht fest. Bis dahin bleibt aber noch Zeit, die äußerst magere Tankinfrastruktur aus- beziehungsweise aufzubauen. Schließlich gibt es momentan lediglich fünf Möglichkeiten in der ganzen Bundesrepublik, die Fahrzeuge zu betanken.

Hauptorganisator Steffen Vogel aus Maroldsweisach hob hervor, dass Gesundheit und Lebensqualität sowie die Verantwortung für die Schöpfung hohe Güter seien. „Aber Ökologie und Ökonomie sind nach unserer Auffassung kein Gegensatz“, so der CSU-Landtagskandidat und JU-Bezirksvorsitzender. Die Partei und die Verantwortlichen wollen den Wirtschaftsstandort weiterentwickeln, den Schutz der Lebensgrundlagen und den technischen Umweltschutz in Gleichklang bringen.

Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber aus Schweinfurt, Leiterin des Arbeitskreises Umwelt und Energie, machte sich bei ihren Grußworten stark für „bezahlbare Energie, bezahlbare Benzin- und Dieselpreise“, die in einer mobilen Welt zu den grundlegenden Bedürfnissen gehörten.“


Verantwortung vor Schöpfung


Gleichzeitig solle die Umwelt geschützt und das Klima geschont werden. Um drastische Konsequenzen wie unter anderem eine beschädigte Erdatmosphäre, dem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur oder dem Abschmelzen der Gletscher zu verhindern, müsse dringend gehandelt werden. „Der Respekt vor Gottes Schöpfung und die Verantwortung für unsere Kinder und Enkel müssen uns dazu ermutigen, Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung und gegen den Klimawandel zu ergreifen“, forderte die 32-jährige mit Nachdruck.

Neben jedem Bürger solle aber auch die Politik Maßnahmen ergreifen. Sie müsse die notwendigen Rahmenbedingungen setzten, damit Klimaschutz konkret vor Ort stattfinden könne. Den Freistaat, bereits zu Beginn der 70er Jahre erstes Bundesland mit eigenem Umweltministerium, lobte sie als Vorreiter, denn „Bayern ist dort, wo andere noch hinwollen.“ Hier werde in Energieeffizienzmaßnahmen bei Gebäuden und in der Industrie investiert sowie die Erforschung neuer Spitzentechnologien gefördert. Zudem gebe es im Land den höchsten Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch (acht Prozent). „Darauf können wir stolz sein“, sagte die Politikerin.

Am Rande wies sie noch auf eine anstehende Verordnung hin, nach der eine europaweite Zulassung für wasserstoffbetriebene Autos ermöglicht wird. „Das ist ganz wichtig, um die Marktreife zu erreichen“, so Weisgerber in ihrer Funktion als Berichterstatterin für wasserstoffbetriebene Zulassungen in Europa. „Ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft.“

Beim Umwelttag der Jungen Union wurde wieder einmal deutlich, dass – wie Kreisvorsitzender Sebastian Stastny (Ebern) zu Beginn feststellte – jeder einzelne Bürger durch bewusste Mobilität Geld sparen und gleichzeitig seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. nau