Main Post, 24. September 2010
Eine Woche später als im vergangenen Jahr hat Landwirtschaftsminister Helmut Brunner die Weinlese in Franken eröffnet. In der Steillage Randersackerer Pfülben (Lkr. Würzburg) schnitt er im Weinberg von Hubert Schmitt gemeinsam mit der Fränkischen Weinkönigin Melanie Unsleber und der Randersackerer Weinprinzessin Franziska König die ersten Silvaner-Trauben.
Das späte Erscheinen des Ministers hatte indes nichts mit dem Reifezustand der Trauben zu tun, vielmehr damit, dass der Termin schon im Frühjahr festgelegt worden war. Tatsächlich hat die Lese bereits begonnen. Die frühreife Sorte Ortega ist längst als Federweißer auf dem Markt, und auch Müller-Thurgau und Bacchus sind vielerorts schon im Keller. Zum neuen Jahrgang meinte Minister Brunner, dass es kein Jahrhundertwein werde, „aber spannend und vielseitig. Die fränkischen Winzer werden trotz der ungünstigen Witterung ihre Fans nicht enttäuschen“, gab sich der Minister sicher.
„Die Winzer werden ihre Fans nicht enttäuschen.“
Helmut Brunner Landwirtschaftsminister
Viel zusätzliche Arbeit haben den Winzern die frühreifen Sorten wie Müller-Thurgau und Bacchus beschert, die wegen des vielen Regens stärker von Fäule befallen waren. Um dennoch gute Weine zu erzielen, mussten die faulen Trauben per Hand herausgeschnitten werden. Trotz schwieriger Witterung sei die Qualität der bisher geernteten Weine gut, der Müller-Thurgau liege überwiegend im Kabinettbereich, berichtete Geschäftsführer Michael Schweinberger (Winzergemeinschaft Franken).
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Weinbaupräsident Artur Steinmann nutzte Brunners Besuch, um erneut auf die größte Sorge der fränkischen Winzer hinzuweisen: die von der EU-Kommission geplante Aufhebung des Anbaustopps für Wein, die für das Jahr 2018 droht. Der Minister teilt Steinmanns Sorge, dass bei einer völligen Freigabe des Weinanbaus nachteilige Auswirkungen auf die fränkische Kulturlandschaft zu befürchten seien. Weinberge in Steillagen würden dann wohl zugunsten leicht bewirtschaftbarer Flächen aufgegeben, so Brunner.
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