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Sorgen "mit denen in Brüssel" deutlich gemacht

Neue Presse Coburg

CSU-Kandidatin Anja Weisgerber kam zur Diskussion

Gut gewürzte Politik möchte Anja Weisgerber machen. Deshalb hat sie den Bürgern und CSUlern in Jesserndorf symbolisch eine vielseitig einsetzbare Gewürzmischung an die Hand gegeben. Die 28-jährige Rechtsanwältin aus Schwebheim ist nämlich die unterfränkische Listenkandidatin der CSU für die Europawahl am 13. Juni.

Jesserndorf – Kämpfen kann sie. Das hat die mehrfache bayerische Meisterin im Tennis in vielen Turnieren gezeigt. Nun möchte sie sich für die Bürger in Unterfranken einsetzen und deren Sprachrohr im Europäischen Parlament sein. "Das ist sicherlich eine große Aufgabe, aber ich möchte diese Herausforderung annehmen", sagt sie in lockerer Runde bei einem Glas Wein im Hof der Töpferei.

Europa stehe vor großen Weichenstellungen. Die Osterweiterung gilt es zu vollziehen und eine Verfassung zu verabschieden. Bei diesen Entscheidungen wollen sie gerne mitwirken, sagt die Nachwuchspolitikerin, und zeigt sich froh, dass die CSU ihr als junger Frau diese Chance gibt.

60 Prozent aller Gesetze hätten inzwischen ihren Ursprung in Brüssel. In der Landwirtschaft und der Umweltpolitik seien es sogar fast 70 Prozent. Schon aus diesem Grund sei es wichtig, dass die Region einen Fürsprecher habe. "Und wer möchte, dass Bayern im Europaparlament vertreten ist, der kann eigentlich nur die CSU wählen", betont Anja Weisgerber. Schließlich sei dies die einzige Liste, auf der von Platz 1 bis 39 nur bayerische Kandidaten stehen würden. Bei der SPD kämen nur drei aus Bayern, bei der FDP und den Grünen niemand.

Im Gespräch hört sie den Jesserndorfern und ihren Sorgen "mit denen in Brüssel" zu. Es sind handfeste Themen wie die Kriminalität, die Führerscheinregelung oder die Sprachfrage, die durch die Runde schießen. Obwohl Anja Weisgerber Englisch und Französisch spricht, möchte sie die deutsche Sprache in der EU gestärkt sehen, hat es doch auch etwas mit der eigenen Identität zu tun.

Sprachgewandt nimmt sie sich auch des Themas "Führerschein" an, bei dem die EU-Bürokraten am liebsten ebenfalls mitreden und verwalten würden. "Da muss sich die EU nicht einmischen", sagt sie, das gleiche gelte bei der Trinkwasserversorgung, dem ÖPNV und den Kindergärten. "Möglichst viele Entscheidungen sollten vor Ort getroffen werden. Diese Meinung vertritt die CSU. Und für dieses Markenzeichen wird sie auch künftig stehen."

Mit Blick auf die neuen Ostgrenzen der Europäischen Union äußert Anja Weisgerber ebenfalls Bedenken, ob diese denn schon sicher genug sind. "Wir sollten die bisherigen Grenzkontrollen aufrecht erhalten, bis wirklich alle Sicherheitsfragen geklärt sind", um der Kriminalität kein Einfallstor zu gewähren.

Die Zukunft Europas liege in der Union, da ist sich die Kandidatin sicher. Und ein gutes Beispiel für die Gestaltungsmöglichkeiten sieht sie schließlich auch bei einem Rundgang durch den Ort, dessen Ansichten im Rahmen der Dorferneuerung mit EU-Mitteln erneuert wurden.

Der CSU-Ortsvorsitzende Otman Schmitt und Heinz Fausten brachten der jungen Politikerin ihr Heimatdorf ein wenig näher. Sie erzählten aus der politischen und gesellschaftlichen Vergangenheit, den Erfolgen im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", in dem man Kreissieger wurde und die Bronzemedaille auf Bezirksebene holte. Und sie schilderten auch das rege Dorfleben mit den sieben aktiven Vereinen, von denen Anja Weisgerber vor allem das Vereinsleben der Pfeifenraucher interessiert.

Am Ende des Besuches darf die Rechtsanwältin, die auf der CSU-Liste auf Platz 4 steht, das Gefühl haben, den Jesserndorfern Europa ein wenig näher gebracht zu haben. Und die Jesserndorfer können wohl sicher sein, dass Anja Weisgerber "das nette Örtchen" in Brüssel nicht ganz vergißt.