Saale-Zeitung: 5. Mai 2010
Im Vorfeld des vom CSU-Ortsverband Hammelburg organisierten Energie-Tags statteten die EU-Abgeordnete Dr. Anja Weisgerber und der energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Georg Nüßlein, in Begleitung weiterer kommunaler Mandatsträger, der Biogasanlage Fuchsstadt und dem Wasserkraftwerk Rödermühle einen Besuch ab.
Von Betriebsleiter Daniel Lambrecht wurden sie über die Entwicklung des Unternehmens Maschinenring Energie Fuchsstadt GmbH informiert, das vor drei Jahren seinen Betrieb aufnahm. In der Anlage die an das im Lager Hammelburg stehende Blockheizkraftwerk vom Energieversorger E.on Bayern angeschlossen ist, wird überwiegend Mais in Storm und Wärme umgewandelt. 1500 Haushalte können so mit Bio-Strom versorgt werden. Die Abwärme wird zur Beheizung der Bundeswehr-Kaserne verwendet. Insgesamt 17 Landwirte mit Flächen zwischen 300 und 350 Hektar haben sich an der Biogasanlage des Maschinenrings Rhön-Spessart-Main beteiligt, der eine weitere Anlage in Bad Bocklet betreibt. Etwa 10 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche der 17 Beteiligten werden für den Maisanbau benötigt.
„Der richtige Weg“
„Landwirte sind Energiewirte der Zukunft“, sagte die Europaabgeordnete Anja Weisgerber. Auch Dr. Georg Nüßlein lobte den eingeschlagenen Weg zur Erzeugung erneuerbarer Energie. Ein Konkurrenzdenken innerhalb der Landwirtschaft sei allerdings, wie bei der Nutzung von Solarenergie, gelegentlich zu spüren.
Entwicklungschancen
Manfred Greubel, der Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft der CSU, machte deutlich, dass mit der Biogaserzeugung erst ein Anfang gesetzt worden sei. „Die Zukunft liegt noch vor uns“, meinte er und wies auf weitere landwirtschaftliche Energieträger, wie Rüben oder auch Weizen hin. Die Photosynthese sei weitaus effizienter als Photovoltaik. Nach Ansicht Manfred Greubels sollte man bei Erdgas eine Beimischung von 2 bis 5 Prozent Biogas erreichen.
Die „Räder-Mühle“ in Diebach war die zweite Station der Informationsfahrt. Hier erläuterte Otmar Huppmann seine Wasserkraftanlage, die mit einem Wasserrad und einer von ihm entwickelten „Schnecke“ betrieben wird. Die Einspeisevergütung für den erzeugten Strom von jährlich etwa 200.00 Kilowattstunden liege zwischen 7,5 und 11,5 Cent/kWh. Leider lasse der Fischereiverband eine Erhöhung des Stauwehrs nicht zu, bedauerte Huppmann. Damit sei eine „deutliche Effizienzsteigerung“ möglich.
Mehr Mühlen…
Huppmann plädierte für Toleranz durch den Naturschutz. „Leben und leben lassen“ sei seine Devise. Früher habe es 115 Mühlen an der Saale gegeben; lediglich 20 seien übriggeblieben. MdB Nüßlein machte deutlich, dass gewisse Eingriffe in die Landschaft hingenommen werden müssten, wenn man auf erneuerbare Energien setze.