Saale-Zeitung, 14. Februar 2009
Hochwasserschutz am Main: Umweltminister Markus Söder weihte ein elf Millionen Projekt ein
Sennfeld - „Hochwasser kann man nicht ausweichen…“ Mit der Überschrift der Informationsbroschüre über die Maindeichsanierung im Raum Schweinfurt trifft das dafür zuständige Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen den Nagel auf den Kopf. Ebenso mit der Ergänzung „… aber man kann sich davor schützen“.
Bayerns Umweltminister Dr. Markus Söder weihte nun den neuen Hochwasserschutz ein. Circa elf Millionen Euro investierte der Freistaat im Bereich der Stadt Schweinfurt sowie den gemeinden Berg- und Grafenrheinfeld sowie Sennfeld. Dort ging der offizielle Staatsakt auf dem Parkplatz neben einem einstigen Altmain-Arm, den heutigen Sennfelder Seen über die Bühne.
Die Fakten klingen durchaus beeindruckend: Auf einer Länge von über 10 Kilometern wurden die Maindeiche saniert und erhöht, auf über 600 Metern gänzlich neu gebaut. Seit 2001 lief bereits die Planung für die Maßnahmen, die exakt 12.076 Einwohnern Schutz bieten, 13.174 Arbeitsplätze betreffen, 163 Hektar Sie dlungsflächen und 438 ha Gewerbe- und Industrieflächen. Sondernutzenziehende der Sanierung sind die Firmen Kühne in Sennfeld und EON Kernenergie in Grafenrheinfeld.
Zehn Prozent aus Brüssel
Rund zehn Prozent der Kosten tragen daher auch die Beteiligten, für den Großteil der Finanzierung kommen jedoch die Europäische Union (50 Prozent) und der Freistaat Bayern (40 Prozent) auf. „Aus europäischer Sicht ist das ein schöner Tag“, strahlte daher auch die Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber mit der Sonne um die Wette. Europa richte sich beim Hochwasserschutz an den bayerischen Vorgaben. „Bayern ist das Wasserland Nummer eins. Angesichts des Klimawandels ist daher der Hochwasserschutz eine unsere wichtigsten Zukunftsaufgaben“, weiß Söder, der am Abend der Einweihung einen weiteren fränkischen Termin hatte: Genau 100 Jahre ist es zwar her, als die letzte große Flut in der Gegend für ein richtig großes Hochwasser sorgte. „Doch auch 2003 stand der Parkplatz, auf dem wir hier stehen, zur Hälfte unter Wasser“, betonte Sennfelds Bürgermeister Emil Heinemann die Notwendigkeit der Sanierung der 1967 bis 1969 erstellten Deiche, die zuletzt durch das Pfingsthochwasser 1999 stark beansprucht wurden. Statistisch gesehen ereignet sich ein Hochwasser dieser Größe wie das im Jahr 1909 alle 60 Jahre. Bis 2020 sieht das Hochwasserschutz-Aktionsprogramm in Bayern an über 400 Stellen Investitionen von insgesamt 2,3 Milliarden Euro vor.
Nicht darin enthalten sind die Kosten für die Lautsprecheranlagen bei Einweihungen: Die von Sennfeld gab schon bei der ersten Rede ihren Geist auf und brachte den mal wieder scherzenden Schweinfurter Landrat Harald Leitherer ins Spiel- Der nämlich vermutete einen Wasserschaden.