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Schützenhilfe von der Chefin

Auszüge aus Mainpost, 20. Mai 2009

Bundeskanzlerin macht in Würzburg Europawahlkampf

Im abgesperrten Halbkreis applaudierten die unterfränkischen CSU-Granden und geladene Gäste. Drumherum buhten Milchbauern und Studenten. Angela Merkel, die Bundeskanzlerin, konterte die Proteste am Rande der Wahlkampfveranstaltung am Dienstag in Würzburg herablassend milde: „Jaja, ist doch gut.“

„Und ab geht die Luzie, Hände in die Höh'!“ – Eine Stunde noch bis zum Auftritt der CDU-Chefin, die „Dorfrocker“ aus den Haßbergen machen auf dem Würzburger Unteren Markt Animationsprogramm. Der Himmel strahlt blau, Paul Lehrieder, der Würzburger Bundestagsabgeordnete, strahlt auch: „Wenn jetzt schon so viele Leute da sind – sieht gut aus!“ Am Rand, im Schatten der Häuser, recken ein paar Dutzend Milchbauern probehalber Transparente in die Höh'...

Der Marktplatz füllt sich, Stelzenläufer im Europakostüm verteilen rund um die Bratwurstbuden kleine Tuben. Nicht mit Senf, sondern mit Sonnencreme: „Damit sie uns nicht rot werden.“ Der Wähler will bei Laune gehalten werden. „Und ab geht die Luzie, immer gerade aus.“
Und dann, ziemlich pünktlich, kommt die Bundeskanzlerin. Schüttelt Hände, winkt in die Menge, lächelt. CSU-Chef Horst Seehofer, die Generalsekretäre Ronald Pofalla und Alexander Dobrindt und die unterfränkische CSU-Europaabgeordnete Anja Weisgerber im Schlepptau. Vorne am Podium wird der wartende ehemalige Wirtschaftsminister Michael Glos herzlich begrüßt, Küsschen links und Küsschen rechts.
Horst Seehofer, der Ministerpräsident, spricht nur kurz, bittet das Publikum „vom Wahlrecht Gebrauch“ zu machen und „bayerisch zu wählen“. „Wenn die Chefin da ist, empfiehlt es sich, dass für die Knechte eine kurze Redezeit gewährt wird“, gibt sich der CSU-Chef demütig und überlässt nach schnellen fünf Minuten der „lieben Angela“ die Bühne.
Und die beginnt – staatsmännisch – mit einem Lobpreis auf die 60-jährige Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland und auf das Grundgesetz, „eine der besten Verfassungen der Welt“. Und natürlich merkt die Bundeskanzlerin an, „dass diese Bundesrepublik wie wir sie heute kennen, ohne CDU und CSU völlig undenkbar wäre“. Und: „Es ist ein Glücksumstand, dass es Europa gibt.“ ...

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