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Schnittstelle und Türöffner in Europa

Auszug aus: Mainpost Kitzingen

LANDKREIS KITZINGEN Europa ist angekommen. Vielleicht noch nicht in den Herzen der Menschen, aber zumindest in ihren Köpfen. Das zeigte die Veranstaltung des örtlichen CSU-Verbandes am Montagabend, als der Saal im Lauber Sportheim beim Vortag der Europaabgeordneten Dr. Anja Weisgerber komplett gefüllt war.

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Sturm sagte: „Dass wir seit 60 Jahren in Zentraleuropa in Frieden leben können, das haben wir der Europäischen Union zu verdanken.“ Ein Satz, der bei Anja Weisgerber Freude und Zufriedenheit auslöst. Weisgerber, Juristin, gerade mal 30 Jahre alt, ist die jüngste bayerische Abgeordnete im Europaparlament – und wie ihr Vortrag zeigte, Europäerin aus voller Überzeugung.

Um den Menschen Europa nahe zu bringen, hat sie eine zentrale Forderung, die am Abend immer wieder auftaucht: „Es ist wichtig, Europa auf die Heimatgemeinde runterzubrechen.“ Und um diese Forderung auch mit Leben zu erfüllen, war die junge Abgeordnete bienenfleißig: Ihr „Förderleitfaden – EU-Mittel für Unterfranken . . . und wie man sie bekommt“, entstanden in Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern und Landräten in Unterfranken, ist zum Renner geworden.

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„Landkreis Kitzingen hat gute Chancen, wieder Leader-Region zu werden“

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Dabei will Weisgerber „Schnittstelle und Türöffner für Ansprechpartner auf europäischer Ebene“ sein. Wie wichtig das ist, macht sie so deutlich: 2007 beginnt eine neue Förderperiode der EU, die bis 2013 dauert. „Einige der Änderungen in den Richtlinien bieten große Chancen für Unterfranken“, ist sich Weisgerber sicher. Ihr Förderleitfaden, übrigens der erste in Deutschland zu den neuen Richtlinien, soll „Unterfranken eine Vorreiterstellung geben“.

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„Damit wird Europa mit etwas Positivem versehen“, sagt Weisgerber und versucht gleichzeitig mit etlichen Vorurteilen gegenüber Europa aufzuräumen. Etwa damit, dass Deutschland zu viel Geld nach Europa überweist: „Brutto gesehen ist Deutschland zwar größter Nettozahler, aber Deutschland ist auch das größte Land in der EU.“ Klingt kompliziert, aber im Vergleich zu anderen Ländern ist Deutschland bei den Zahlungen pro Einwohner schon gar nicht mehr Spitze: „Man muss es mal differenzierter betrachten“, rät Weisgerber.

Zur differenzierten Betrachtung tragen auch einige Zahlen bei:

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Und da liegen auch die Chancen für den Landkreis, der bislang als Leader-Region schon gut Geld von der EU erhalten hat. Voraussichtlich im Herbst 2007 werden die Leader-Aktionsgruppen neu ausgeschrieben „mit guten Chancen für den Landkreis Kitzingen, wieder Leader-Region zu werden“.

Als überzeugte Europäerin verteidigt Anja Weisgerber in der anschließenden Diskussion auch die EU-Ost-Erweiterung: „Deutschland profitiert davon.“ Gleiche Standards in vielen Bereichen nun auch im Osten Europas stärkt den „Exportweltmeister“ und macht deutsche Firmen in osteuropäischen Ländern wieder wettbewerbsfähig. Da ist ihr auch die EU-Verfassung ein Anliegen. Denn mit dem Verfassungsentwurf würde die Stellung des Parlaments in Brüssel gegenüber der Kommission gestärkt, was für sie wichtig ist, um Bürokratie noch stärker abbauen zu können.

Auch wenn sie persönlich sich dafür ausspricht, macht sie Lothar Voltz auf seine Nachfrage nach dem Gottesbezug in der Verfassung wenig Hoffnung: Da spricht die nationale Verfassung vieler EU-Staaten dagegen.

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Von unserem Mitarbeiter Robert Haass

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