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Region hofft auf EU-Fördermittel

Auszüge aus Main Post, 10. Oktober 2010

Wenn es nach Anja Weisgerber geht, müssen jetzt die Weichen gestellt werden, damit Unterfranken in der neuen EU-Förderperiode (2014 bis 2021) möglichst viele Mittel erhält. „Wir wollen unsere regionalen Projekte etwa zur Gesundheit, Energieeffizienz oder Elek-tromobilität eingereicht haben, bevor die Kommission selbst ihre Vorschläge macht“, sagt die CSU-Europaabgeordnete aus Schwebheim.

Schneller sein, noch 2010 unterfränkische Positionen auf allen politischen Ebenen in Brüssel einspeisen – dazu wurde bei der letzten Sitzung in Würzburg das Positionspapier der unterfränkischen Hochschulen zum 8. Forschungsrahmenprogramm einstimmig verabschiedet. Eine Kernforderung ist die Aufstockung der Mittel, damit das Drei-Prozent-Ziel für Forschungsausgaben innerhalb des EU-Haushalts erreicht wird.

Die Staatsregierung wird in dem von Oliver Jörg (Würzburg) mitverfassten Papier aufgefordert, die Gründung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Unterfranken stärker als bisher zu unterstützen. Das bestehende Nord-Süd-Gefälle innerhalb Bayerns – zum Beispiel sind 12 der 13 Max-Planck-Institute in Oberbayern – müsse deutlich verringert werden. Das würde auch die Position der Universität Würzburg bei der Exzellenzinitiative nachhaltig verbessern.

Förderwürdiges gebe es genug in Unterfranken, findet Weisgerber. Beispielsweise soll ein Gesundheitsforschungszentrum an der Uni Würzburg realisiert werden oder das bayerische Zentrum für Telepräsenz-Medizin nach Bad Kissingen kommen. Ein großes Ziel sei, dem „Zentrum für angewandte Energieforschung (ZAE)“ den Beitritt in die renommierte „Leibnitz-Gemeinschaft“ zu ermöglichen. Einerseits gilt die Mitgliedschaft als Qualitätssiegel, außerdem würde das ZAE dann an Fördermittel aus einem nationalen Topf gelangen, in den alle Bundesländer einzahlen.

Haken an der Sache: Um die Kriterien zur Aufnahme zu erfüllen, sind laut Weisgerber fünf Millionen Euro Anschubfinanzierung nötig. Geld vom Freistaat dürfte aber schwer zu bekommen sein, weil Ministerpräsident Horst Seehofer und Finanzchef Georg Fahrenschon im Haushalt 2011 unter allen Umständen neue Schulden vermeiden wollen.

Ums Geld geht es auch bei einem anderen innovativen Projekt der Region, der Modellstadt Elektromobilität Bad Neustadt. Wirtschaftsminister Martin Zeil fordert dafür zusätzliche Mittel, müsste diese aber gegebenenfalls durch Einsparungen an anderer Stelle in seinem eigenen Ressort finden. „Ich bin sicher, dass es Geld aus München für Bad Neustadt gibt“, sagt Anja Weisgerber. Schließlich könnten das Know-how vieler Autozulieferer und die Forschungsergebnisse der Hochschulen zu praktischen Lösungen etwa im Batteriebau führen. „Dabei geht es um zukunftsfähige Arbeitsplätze.“

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