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Rätselraten in der Autowerkstatt

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Kunden sollen Auswahl bei der Reparatur haben. EU macht Druck auf Hersteller

von Detlef Fechtner

Brüssel. Europas Autofahrer sollen sich darauf verlassen können, dass sie ihr Fahrzeug bei einer Panne nicht in eine Vertragswerkstatt schleppen lassen müssen. Vielmehr soll jeder Reparaturbetrieb den wagen wieder zum Laufen bringen können. Aus diesem grund hat das EU-Parlament jetzt den Druck auf Autohersteller erhöht, alle technischen Daten offen zu legen, die für eine Reparatur notwendig sind.

"Wir müssen sicherstellen, dass auch freie Werkstätten einen entsprechenden Zugang zu den notwendigen Informationen haben", begründet die CSU-Europapolitikerin Anja Weisgerber. In dem EU-Rechtstext "Typenprüfungsrahmenrichtlinie" haben die Abgeiordneten einen Passus eingefügt, der einfordert, Informationen "problemlos" zugänglich zu machen.

Immer häufiger geht es dabei um elektronische Codes, schließlich wird in Autowerkstätten der Laptop zusehends wichtiger als der Schraubenschlüssel. "Na klar", heißt es beim ADAC, "die Zeiten sind vorbei, dass einen Audi Q7 in einer Hinterhof-Werkstatt wieder flott machen lassen."

Die Industrie wehrt sich gegen den Vorwurf der Geheimniskrämerei. Die Autobauer stellten schon seit Jahren Reparatur- und Wartungsinformationen zu Verfügung, so der Verband der Autoindustrie. Aber: "Die Nachfrage der freien werkstätten nach diesen Informationen war erstaunlich gering."