Zeitschrift Trend, 15. Oktober 2010
Dr. Anja Weisgerber MdEP Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit
Für mich ist Klimapolitik auch ein Wachstumsmotor. In Deutschland gab es 2009 neun Prozent mehr Beschäftigte im Bereich erneuerbare Energien. Wir sollten im Wettbewerb der Technologien und Ökoinnovationen weltweit die Vorreiterrolle einnehmen. Da muss die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen setzen.
Prof. Joachim Bitterlich Chairman, VEOLIA Environment Deutschland
Klimapolitik kann das beste Wachstums- und Konjunkturprogramm bieten, das sich die EU in der derzeitigen Wirtschaftskrise vorstellen kann. Man muss es allerdings richtig machen und die Rahmenbedingungen richtig setzen. Wir sind in Wahrheit erst am Anfang der Klimapolitik.
Karl Friedrich Falkenberg Generaldirektor GD Umwelt, Europäische Kommission
Wir müssen nachhaltig wachsen. Wir können die Klimaprobleme jetzt nicht hintanstellen. Auch wenn es gewisse Zweifel am IPCC geben mag – die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel sind gut untermauert. Das bedeutet: Eine Reduktion der Treibhausgase von 20, 30 Prozent oder eher noch mehr sollte nicht in Frage gestellt werden
Dr. Harald Schwager Mitglied des Vorstands, BASF SE
Auch für uns ist Klimaschutz eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen. Wir sind bereit, alle Aktivitäten, die in Richtung einer CO2-Reduktion gehen, auch wahrzunehmen. Aber nur, wenn es sich um ökonomisch effektive und effiziente Maßnahmen handelt. Wenn wir mit der Ressource Geld nicht sinnvoll umgehen, machen wir einen Kardinalfehler.
Dr. Wolfgang Große Entrup Vorsitzender der Bundesfach- kommission Umweltpolitik des Wirtschaftsrates
Die Klimapolitik muss raus aus dem Elfenbeinturm. Das Stichwort heißt nahhaltiges Wachstum. In den USA ist eine Energie- und Klimapolitik, die nicht gleichzeitig Jobs schafft, undenkbar. Die Vereinigten Staaten bereiten mit dem Kerry/Lieberman „American Power Act“ eine Klima- und Ener- giepolitik aus einem Guss vor. Wir sind gespannt, ob sich die Bundesregierung bis Herbst ebenfalls auf ein integriertes Energie- und Klimaprogramm verständigen kann.