Auszüge aus Mainpost, 17. April 2009
Serie zur Europawahl beginnt
(noh) Knapp 500 Millionen Europäer sind Anfang Juni zur Wahl des Europaparlaments aufgerufen. Vom 4. bis 7. Juni werden für fünf Jahre in 27 Ländern die 736 Abgeordneten gewählt, von denen Deutschland entsprechend seiner Größe mit 99 die meisten stellt.
Die Europawahl hat ein Imageproblem, nicht nur hierzulande, wo der Urnengang am 7. Juni stattfindet. 2004 betrug die Wahlbeteiligung in Deutschland nur 43 Prozent, „Wissen und Interesse der Bürger sind vergleichsweise gering“, sagt die Mannheimer Wahlforscherin Andrea Wolf. „Die Europapolitik ist uns eher fern, deshalb nutzen manche Bürger die Wahl als Protestwahl.“
Das ist besonders spannend in Bayern, wo sich Horst Seehofer, Ministerpräsident und Parteichef, erstmals dem Votum der Wähler stellen muss. Auf dem Wahlzettel ist nur ein Kreuz gefragt – für eine der Parteien. Diese haben verbindliche Listen aufgestellt, demnach dürften Anja Weisgerber (CSU) und Kerstin Westphal (SPD) ein Mandat bekommen, Unterfranken in Brüssel zu vertreten.
Wie die Wahl geht, warum man wählen gehen sollte, wie die EU tickt und arbeitet – solche Fragen wollen wir in den folgende Wochen aufarbeiten. Bei aller berechtigten Kritik an ärgerlichen EU-Entscheidungen ist der Auftakt der Serie jedoch ein Plädoyer für die europäische Idee.