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Pizza gegen Politik: 1:0

Main Post KitzingenMain Post Kitzingen

Mäßiges Interesse am CSU-Europawahlkampf: Nur Parteinachwuchs vor OrtAlbertshofen. Die Junge Union (JU) hatte nach Albertshofen geladen und die JU war gekommen. Aber nur die JU. Die Veranstaltung "Pizza, Pasta, Politik" mit der CSU-Kandidatin für die Europawahl, Dr. Anja Weisgerber, sollte am Montag eigentlich alle Jugendlichen im Landkreis ansprechen.

Die Sonne scheint. "Das Wetter ist gegen uns", stellt Sabine Then, Kreisvorsitzende der JU, fest. Etwa 20 Jugendliche haben am Abend den Weg ins Schützenhaus gefunden. Alle JU-Mitlglieder. Dass sie kommen, ist Ehrensache. "Ich wäre auch gekommen, wenn es Bratwurst und Kraut gegeben hätte", sagt einer. einer mit Politik-Interesse. Wer dem fern steht, den lockt auch eine Gratis-Pizza nicht hinter den Ofen vor.

Noch schwerer wird das Locken der Jugend zur Europa-Wahl, für die schon viele Erwachsene kaum mehr als ein müdes Gähnen übrig haben. "Das ist ihre freie Entscheidung. Wir wollen sie nicht drängen", antworten die JUler auf die Frage, ob sie ihre Freunde auffordern, zur Wahl zu gehen. "Die Wahl ist doch nicht so wichtig. Ist doch nur Europa."

"Nur Europa" sagt das JU-Mitglied – Hauptthema dagegen ist die Gemeinschaft der 25 EU-Staaten für CSU-Europawahl-Kandidatin Anja Weisgerber aus Schwebheim. Die lässt sich durch die wenigen Teilnehmer nicht irritieren. Routiniert stellt die 28-Jährige sich und ihre Ziele vor. die Jugendlichen lassen sich berieseln. Weisgerber bleibt allgemein. Konsequenzen der Brüsseler Politik für das Leben der Jugendlichen? Fehlanzeige. "Jugend- und Bildungspolitik liegen im Hoheitsbereich der Länder", sagt die Rechtsanwältin. Keine Regung bei den Jugendlichen.

Die Stimmung wird lockerer, als Ludwig Paul, Sitzungpräsident der Schwarzen Elf Schweinfurt, das Zepter in die Hand nimmt. "Was haben Politik und Pizza gemeinsam" fragt er in die Runde. Schulterzucken. "Beide sind ziemlich flach und mit viel Käs‘ dabei." Gelächter. Die Pizzen kommen – die Politik verschwindet in der Versenkung. Jeder isst für sich. Die Jugendlichen an einem Tisch, Weisgerber an einem anderen.

Während der Partei-Nachwuchs die Pizzas verdrückt, serviert die Schwebheimerin schwer Verdauliches – es geht um Osterweiterung und den Euro. Nicht einmal der Teuro kann die Jugendlichen zu einer Reaktion ermuntern. Pizza schlägt Politik.

Der Auftritt des Kabarettisten Fabian Wahler findet mehr Zuspruch. Bei Beziehungsproblemen – es sind fast ausschließlich Männer im Saal – kann eben jeder mitreden. Danach stellt sich Weisgerber den Fragen. Die wenigen Erwachsenen, die zur Versammlung gekommen sind, reißen jetzt das Gespräch an sich. Die Probleme der Gärtner mit dem grünen Punkt interessieren die Jugendlichen herzlich wenig. Mit gesenktem Kopf zupfen sie am Etikett der Spezi-Flaschen. Weisgerber diskutiert mit den aufgebrachten Gärtnern. Fragen der Jugendlichen bleiben meist auf der Strecke.

Fazit: Es war ein Versuch, Jugendliche an die Europapolitik heranzuführen. Das sollte man honorieren. Andere versuchen es nicht einmal.