Bayernkurier, 19. Juni 2010
Das Europäische Parlament in Straßburg hat ein Paket zur Organspende angenommen: Es wurden eine Richtlinie zur Organtransplantation sowie ein Aktionsplan verabschiedet, um die Zahl der Organspenden zu steigern. „Ziel der Richtlinie ist es, europaweit strenge Qualitätsund Sicherheitsstandards einzuführen und damit den Austausch innerhalb der EU zu fördern“, erläuterte die gesundheitspolitische Sprecherin der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, Anja Weisgerber. In vielen Mitgliedstaaten gibt es nicht genug Spenderorgane bei gleichzeitig langen Wartelisten. Andere Mitgliedstaaten, allen voran Spanien, sind sehr erfolgreich, ihre Bevölkerung zum Spenden zu animieren. „Hier ist es wichtig, die europäische Dimension zu nutzen und Organspende grenzüberschreitend zu vereinfachen“, so die unterfränkische Europapolitikerin. Durch die hohen Sicherheitsstandards soll gewährleistet werden, dass keine Viren wie HIV oder Krebszellen übertragen werden. „Zusätzliche Bürokratie wird es aber nicht geben“, versichert Weisgerber. Pläne der Europäischen Kommission, eine neue nationale Behörde einzuführen, konnten abgewendet werden. Stattdessen sollen bestehende Strukturen noch besser genutzt werden. Weisgerber: „Wir konnten unsere europäischen Partner überzeugen, dass wir in Deutschland ein gut funktionierendes System haben, das wir nun beibehalten können.“