Die Zuckerrüben Zeitung, 05. Oktober 2010
...als der Wandel, sagt ein Bonmot. Das gilt seit einigen Jahren - leider - auch für die Zuckerpolitik der EU, vorher ein Hort der Stabilität. Rübenanbauer und Zuckerunternehmen wurden durch die Veränderungen seit 2006 schwer gebeutelt. Das ist noch nicht verdaut und wird wohl auch in den nächsten Jahren nicht ganz zu kompensieren sein. Zwar meldete Südzucker Mitte September überraschend gute Zahlen, doch liegen sie immer noch deutlich unter den alten Bestmarken (siehe S. 5). Und es musste viel Geld investiert
werden, um zum Beispiel mit Bioethanol etwas davon zu verdienen, was im Zuckergeschäft nun nicht mehr zu gewinnen ist.
Ob der gestiegene Einfluss des EU-Parlaments auf die Agrarpolitik uns künftig vor solcher Art Veränderungen schützt, werden wir sehen. Frau Weisgerber’s Positionen, ausführlich und verständlich dargelegt in dieser Ausgabe, erscheinen jedenfalls vernünftig. Es wäre schön, wenn sie sich durchsetzen ließen. Wir werden sie und Ihre Parlamentskollegen beharrlich daran erinnern.
Doch zunächst konzentrieren wir uns auf die Kampagne. Die Zuckerrübe beweist uns auch heuer wieder, dass sie erstaunlich gut mit Wetterkapriolen umgehen kann. Zwar liegen die Zuckergehalte anfangs der Kampagne noch etwas niedrig, aber auch das kann ein goldener Herbst noch richten. Wie der gewachsene Zucker, vor allem der Nicht- Quotenzucker, vermarktet werden kann, ist die große Herausforderung. Dabei wird es auch darauf ankommen, ob es uns gelingt, die aus unserer Sicht unverständlichen Hindernisse für den Export zu beseitigen. Dann könnten auch wir Anbauer in Süddeutschland von den wieder erstaunlich hohen Weltmarktpreisen profitieren.