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Nicht nur meckern, sondern sich einbringen

MainPost, 08. Februar 2012

Politik zum Anfassen erlebten die Achtklässer der Mittelschule Gerolzhofen: Zu Gast war Anja Weisgerber, Abgeordnete im Europaparlament. Sie berichtete von ihren Tätigkeiten in Straßburg und Brüssel.

„Seit 67 Jahren herrscht Frieden in Europa“, begann die Abgeordnete ihren Informationsblock. Dies sei ein Verdienst der Europäischen Union, insgesamt eine Erfolgsgeschichte. Das bringe uns Wohlstand und Freiheit, denn die wirtschaftliche Zusammenarbeit in der EU habe einen gemeinsamen Binnenmarkt. Wo früher Zölle bezahlt werden mussten, gebe es jetzt freien Handel und eine gemeinsame Währung. Das sei wichtig für unsere Arbeitsplätze, da Deutschland sehr viele Waren exportiere.

Weisgerber berichtete von ihrer Tätigkeit im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit. Sie erläuterte dies am Beispiel Kinderspielzeug. Spielzeug dürfe nur eingeführt und verkauft werden, wenn es gesundheitlich unbedenklich sei. Das bedeute, dass das Spielzeug auf schädliche chemische Stoffe geprüft werde. So eine Prüfung sei nur EU-weit sinnvoll, erklärte Weisgerber.

„Kein Gesetz tritt mehr in Kraft ohne das europäische Parlament“, so die Abgeordnete. Durch den Vertrag von Lissabon habe das europäische Parlament mehr Macht und Kompetenz, könne so die Bürger besser vertreten. Gewählt werde das europäische Parlament alle fünf Jahre. Sie sei 2004 das erste Mal in diese Institution gewählt worden und eine von 99 deutschen Abgeordneten.

Sehr interessiert stellten die Achtklässer viele Fragen, wie beispielsweise nach der Arbeitszeit eines Abgeordneten. 40 Sitzungswochen gebe es und sie sei etwa dreimal monatlich in Brüssel und einmal in Straßburg. Mit einer 40-Stunden-Woche sei der Beruf nicht zu machen, sagte Weisgerber. Sie sei wöchentlich ein bis drei Nächte weg.

„Wie lassen sich dabei Familie und Beruf vereinbaren?“, fragte eine Schülerin. Das sei nicht einfach, aber möglich, weil sie sehr viel Unterstützung zu Hause durch ihre Familie bekomme, antwortete die Abgeordnete. Denn in diesem Beruf müsse man viel reisen, früh aufstehen und auch am Wochenende arbeiten. Sie mache diesen Beruf aber sehr gerne.

Wie sie denn zur Politik gekommen sei, wollte ein anderer Achtklässer wissen. Weisgerber erzählte, dass sie sich seit ihrem 18.Lebensjahr für Politik interessiere und aus diesem Grund in die CSU eingetreten sei. Wichtig sei, nicht nur zu meckern, sondern seine Meinung zu sagen und sich einzubringen. An die Schüler appellierte sie, sich ehrenamtlich zu engagieren, gleich ob für eine politische Partei, für einen Verein oder für die Gemeinschaft.

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