Saale-Zeitung, 10. Februar 2009
Kooperation gefragt: Biosphärenreservat Rhön beteiligt sich an europäischer Lernpatenschaft
Viele gesellschaftliche Bereiche sind auf die Unterstützung durch das Ehrenamt angewiesen. Dies trifft auch für den Naturschutz und im Speziellen auf die Naturlandschaften in Deutschland zu. Aus diesem Grunde hat sich EUROPARC, der Dachverband der deutschen Großschutzgebiete, erfolgreich um das EU-Grundvig-Programm „european volunteers in parks“ beworben.
Dabei handelt es sich um ein Programm, dass europaweit Lernpartnerschaften über Landesgrenzen hinaus begründen soll und einen Austausch von ehrenamtlich Aktiven aus den unterschiedlichsten Großschutzgebieten initiieren will.
Als eines von drei deutsch Schutzgebieten ist neben dem Naturpark TerraVita und dem Nationalpark Harz das Biosphärenreservat Rhön mit dabei. Der Fuldaer Landrat Bernd Woide sieht dies als eine besondere Auszeichnung für die Rhön und eine wichtigen Schritt, um das ehrenamtliche Engagement der zahlreichen Freiwilligen n der hessischen Rhön zu würdigen.
Derzeit 300 Ehrenamtliche
Nach Mitteilung von Martin Kremer, Sachgebietsleiter für das Biosphärenreservat Rhön beim Landkreis Fulda, beteilige sich die hessische Verwaltungsstelle seit 2005 am Programm „Freiwillig in Parks“ von EU-ROPARC. Inzwischen sei die Zahl der regelmäßig ehrenamtlich Aktiven auf rund 300 Personen angewachsen. Mit der neuen Ausrichtung auf das EU-Grundtvig-Programm könne Freiwilligen die Chance geboten werden, mehrwöchige Praktika in anderen großen Schutzgebieten Europas zu absolvieren, so zum Beispiel in Italien, Großbritannien, Island, Lettland, Litauen und Rumänien.
Große Chancen
Um den bürokratischen Aufwand überschaubar zu halten, hat sich das Biosphärenreservat der personellen Unterstützung durch den Fachdienst Jugend, Familie, Sport, Ehrenamt des Landkreises Fulda versichert und mit Sandra Buresch eine kompetente Projektleiterin gewonnen. Frau Buresch ist unter anderem für die Ehrenamtsförderung beim Landkreis zuständig. Laut Aussage des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Heiko Wingenfeld biete die Beteiligung an dem Programm große Chancen für Freiwillige und das Biosphärenreservat Rhön, neue Erfahrungen zu sammeln und sich auszutauschen.
Modellregion Europa
Auch erhoffen sich Landrat Woide und Erster Kreisbeigeordneter Dr. WIngenfeld wichtige Informationen und Kontakte, um gegebenenfalls eigenständig weitere Anträge zu formulieren und den länderübergreifenden Austausch fortzuführen.
„Das Biosphärenreservat Rhön ist eine europäische Modellregion für nachhaltige Entwicklung. Deshalb wollen wir uns auch europäischen Kooperationen stellen und insbesondere Möglichkeiten schaffen, vor Ort in der Rhön zu lernen.“ Solche Angebote seien keine Einbahnstraßen, sondern auch die Region profitiere von einem derartigen Wissenstransfer.