Auszüge aus Main Post, 26. September 2010
Von außen lässt das unterfränkische Photovoltaik Zentrum Kolitzheim nur schwer erahnen, welch zukunftsträchtige Leistungen hier Tag für Tag erbracht werden. Doch auf dem Gelände der dort ansässigen Partnerunternehmen tüfteln kreative Köpfe fast pausenlos an neuen Ideen zur Weiterentwicklung und Nutzbarmachung regenerativer Energiesysteme - mit positivem Nutzen für die gesamte Region Unterfranken.
Bestes Beispiel: Die Verbindung von Photovoltaik und Elektromobilität, die die Firma BELECTRIC Drive im Rahmen des offiziellen Starts der Elektromobilität in Unterfranken am Freitag auf dem Firmengelände in Kolitzheim präsentierte. Dieser Anlass war schon ein besonderer, und so ließ sich auch die geladene Politikprominenz – MdB Michael Glos (Bundeswirtschaftsminister a. D.), MdEP Anja Weisgerber sowie Andreas Scheuer (parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium) – gerne von den innovativen Ideen der Kolitzheimer überzeugen.
Tanken kinderleicht
Wovon viele noch immer träumen, das haben die Mitarbeiter von BELECTRIC Drive längst in die Tat umgesetzt: die Entwicklung eines batteriebetriebenen Elektroautos, das mit Solarenergie gespeist werden kann. Doch wie kommt nun die Sonne in den Tank? Auch hierauf hat BELECTRIC Drive eine klare Antwort parat. Das Unternehmen kreierte in Eigenarbeit eine einfach zu bedienende Ladebox, die wie eine Elektrotankstelle funktioniert. Sie dient als Bindestelle zwischen dem erzeugten Solarstrom, zum Beispiel auf dem Dach eines Carports, und dem Elektrofahrzeug, ist klar im Design und bei neuen technischen Entwicklungen flexibel erweiterbar. In der Tat ist das „Tanken“ der Elektroautos kinderleicht: Fahrzeug an die Ladebox heranfahren, Verbindungskabel an Auto und Ladebox anstecken, Kundenkarte vor den Sensor der Box halten (für die Abrechnung) – und schon wird die Batterie mit Solarstrom gefüllt. Alternativ kann auch an jeder Steckdose geladen werden.
Noch dauert dieser Vorgang sechs bis acht Stunden, jedoch sind Schnellladesysteme und Batterien mit höherer Leistung in Entwicklung. Fakt ist, dass ein aufgeladenes Elektroauto von BELECTRIC Drive eine Strecke von etwa 90 Kilometern zurücklegen kann. Dabei sind Höchstgeschwindigkeiten von 90 bis 110 km/h möglich. Gerade im Hinblick auf Pendel- und Stadtverkehr ist die Nutzung von solchen Elektrofahrzeugen also ideal.
Schon 60 Fahrzeuge
Seit März 2010 durchdringt BELECTRIC Drive kontinuierlich die erste Modellregion für Elektromobilität im ländlichen Raum. Von Mellrichstadt bis Uffenheim sind die fast lautlosen Elektroautos bereits im Einsatz. Insgesamt 60 Elektrofahrzeuge stellt BELECTRIC Drive aktuell der Modellregion „Unterfranken“ zur Verfügung. Damit besitzt es einen der größten E-Fuhrparks in Deutschland. Elektroautos und Ladeinfrastruktur werden jedoch nicht verkauft, sondern vermietet, damit der Service der kontinuierlichen Weiterentwicklung gewährleistet werden kann. Schon jetzt wird das Angebot von BELECTRIC Drive gleichermaßen von Privatpersonen, Unternehmen und öffentlichen Haushalten genutzt. Vor allem die Inanspruchnahme der Ladeboxen ist dem Unternehmen dabei ein Herzensanliegen. „Mit ihnen lässt sich der Ladeprozess beispielsweise zeitlich steuern, so dass Netzanschlüsse nicht überlastet werden“, so Sebastian Bachmann, Geschäftsführer von BELECTRIC Drive. Insgesamt sei das Mieten der Fahrzeuge plus Ladeinfrastruktur kostengünstig und effizient, denn selbst mit einer kleinen Photovoltaik-Anlage (etwa 3 kWp) könne ein Elektroauto 15 000 Kilometer pro Jahr zurücklegen.
Viel Lob bei der Präsentation
Die Politiker, die am Freitagnachmittag bei der Präsentation der Entwicklungen von BELECTRIC Drive zugegen waren, lobten allesamt die Innovationsträchtigkeit des Unternehmens und betonten seine Bedeutung für eine umweltfreundliche Zukunft. So lud Andreas Scheuer die Kolitzheimer Unternehmensgemeinschaft ein, in Arbeitsgruppen des Elektromobilitätsgipfels der Bundesregierung mitzuwirken, was Martin Zembsch, Geschäftsführer Finanzen und Vertrieb bei Beck Energy, auch mit Freude annahm. Anja Weisgerber informierte zusätzlich, dass es erklärtes Ziel sei, die momentan 1500 Elektrofahrzeuge in Deutschland bis 2020 auf eine Million zu erhöhen. Michael Glos letztendlich sprach sich für eine generelle Unterstützung CO2-freundlicher Technologien aus.
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