Bayernkurer
Europaabgeordnete Anja Weisgerber: Die CSU ist Vorreiter im Klimaschutz
Die CSU-Europaabgeordnete Anja Weisgerber fordert einen verstärkten Einsatz regenerativer Energien. An der Kernenergie will die Umweltpolitikern aber festhalten.
Bayernkurier: Sie haben die Außenwirkung der CSU in der Energiepolitik bemängelt...
Anja Weisgerber: Positiv gesagt: Zusammen mit Umweltminister Weber Schnappauf und Generalsekretär Markus Söder habe ich aufgefordert, offensiv mit unseren Erfolgen in der Umwelt- und Klimapolitik zu werben. Wir liegen in Bayern weit über dem Durchschnitt, zum Beispiel sind wir Vorreiter im Bereich regenerativer Energien.
Bayernkurier: Kommt Deutschland langfristig ohne Kernenergie aus?
Weisgerber: Kernaufgabe einer nachhaltigen Energiepolitik muss es sein, den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren. Rot-Grün überstürzt den Atomausstieg, aber provoziert das Gegenteil – mangels regenerativer Alternativen führt er zurück zur Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Kohle. Kernenergie ist eine effektive, günstige und vor allem CO2-neutrale Energiequelle. Sie ist für uns heute unverzichtbar und wird sich durch Kernfusion weiter entwickeln Sie allein ist aber keine Lösung, um die versprechen von Kyoto zu erfüllen.
Bayernkurier: Wie kann der CO2-Ausstoß reduziert werden?
Weisgerber: Dies bedarf einer umfassenden Offensive im Bereich CO2-neutraler, regenerativer Energien. Bayern hat hier bereits viel getan und muss seine Vorreiterrolle ausbauen. Mit 7 Prozent Anteil erneuerbarer Energien liegen wir schon heute weit über dem Bundes durchschnitt von 2,7 Prozent. Wir brauchen eine intensive, gezielte und regionalspezifische Förderung der erneuerbaren Energien. Bayern hat keine Küste, wir sind ein Land der Biomasse. Diese müssen wir intensiv fördern. Hier liegt unser Potential – und nicht in Windrädern samt "verspargelter" Landschaft.
Bayernkurier: Wie ist es möglich, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, so dass es auch wirtschaftlich sinnvoll ist?
Weisgerber: Ziel muss es sein, neuen Umwelttechnologien zur Marktreife zu verhelfen und regionale, grundlastfähige Ressourcen optimal zu nutzen. Die Frage ist, ob Ökologie und Ökonomie voneinander trennbar sind. Vor wenigen Wochen standen wir vor wirtschaftlichen Krisen, weil der Ölpreis stieg. Die Abhängigkeit von fossilen Energien ist eine Gefahr für alle Volkswirtschaften. In 20 Jahren sind ausgereifte erneuerbare Energien unser großer Exportschlager, eine Garantie für qualifizierte Arbeitsplätze und eine große Chance für unsere Wissenschaft. Regenerative Energien "made in Germany", dass ist die Zukunft.