Auszug aus Mainpost, 27. Juni 2010
Anlage auf dem Dach der Estenfelder Schule – 118 Hochleistungsmodule
„Nimm Solarzellen, spare Geld, rette die Eisbären und die Welt“. Diesen Gewinnerspruch eines Schüler-Sonnenwettbewerbs nahmen die Estenfelder wörtlich und ließen von der Tauber Solar Energietechnik auf der Schulturnhalle eine Solaranlage errichten. Schirmherren des Projektes waren die Europaabgeordneten Anja Weisgerber und Bundestagsabgeordneter Hans-Josef Fell, offiziell. Bürgermeister Michael Weber sprach von intensive Bemühungen, bis die Anlage stand.
650 000 Dachanlagen gibt es inzwischen bundesweit, berichtete Leonhard Haaf, geschäftsführender Gesellschafter der Tauber-Solar. Tauber-Solar hat eine vom Universitätsbund Würzburg unterstützte Initiative ins Leben gerufen, die sich „Ein Dach für die Wissenschaft“ nennt. Ihr Ziel ist es, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Um dieses Ziel zu erreichen, werden auf ungenutzten Dachflächen Anlagen zur Stromerzeugung installiert.
Für die Bereitstellung erhält der Eigentümer des Daches eine feste Miete, von der ein Teil an die Forschungsstelle Umweltenergierecht der Universität Würzburg fließt. Dort werden rechtliche Fragen untersucht, „die mit einer den Anforderungen der Nachhaltigkeit genügenden Energieversorgung“ in Zusammenhang stehen, wie ein Blick in die Informationsbroschüre zeigt.
Weisgerber nennt die Photovoltaikenergie eine unverzichtbare Komponente des modernen Energiemixes. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Die Sonnenenergie ist unbegrenzt verfügbar, flexibel einsetzbar, klimaschonend, und reduziert die Treibhausemissionen. Sie schafft Arbeitsplätze, erspart Brennstoffimporte und reduziert dadurch die energiepolitische Abhängigkeit.
Kleine Anlagen haben großen Anlagen gegenüber den Vorteil, dass sie Ausfälle einzelner Anlagen besser abfedern als bei wenigen Großanlagen. Diese Vorteile führten zur Verabschiedung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG), das nun auf Vorschlag des EU-Kommissars für Energie, Günther Oettinger, europaweit umgesetzt werden soll.
Auch Fell betont die Wichtigkeit der rechtlichen Seite. Um von fossilen und Atomenergien weg zu kommen, müssen die Gesetze dementsprechend gestaltet werden. Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist schon heute finanziell und technisch möglich und könnte bis 2030 abgeschlossen sein. Um dies zu bewerkstelligen, müsste man erst die Blockaden in den Köpfen der Menschen beseitigen, so Fell.
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