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Michael Glos dementiert erneut Rücktrittsgedanken

Mainpost, 18. Juni 2010

Politiker plante offenbar vorzeitigen Abschied als CSU-Bezirkschef – Parteifreunde kritisieren mangelnden Einsatz für die Region in München

Will er noch? Oder will er nicht mehr? Fragen, die den Führungszirkel der unterfränkischen CSU in den letzten Wochen stark beschäftigten. Denn lange blieb selbst für die engste Parteispitze unklar, ob CSU-Bezirkschef Michael Glos sein Amt vor dem anstehenden Bezirksparteitag am 3. Juli vorzeitig zurückgibt.
„Die Spekulationen um meine Person sind aus der Luft gegriffen“, erklärte Glos nun auf Nachfrage. Zwar müsse man „immer überlegen, wann der richtige Zeitpunkt ist“, so Glos. Ein Rückzug vor dem Ablauf seiner Amtszeit im kommenden Jahr werde aber „nicht stattfinden“.

Doch die Rücktrittspläne des 65-jährigen Prichsenstädters waren wohl deutlich konkreter, als Glos nun einräumen möchte: Bereits vor der letzten Bezirksvorstandssitzung am 8. Mai wollte er die Brocken hinschmeißen, ist aus der Unterfranken-CSU zu hören – ausgerechnet bei der Sitzung, bei der CSU-Chef Horst Seehofer zu Gast war. Seehofer wurde offenbar noch in der Nacht vor dem Treffen per SMS vor Glos' Plänen gewarnt. Doch zu diesem Zeitpunkt hatten Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Innenstaatssekretär Gerhard Eck dem Bezirkschef seinen Plan schon ausgeredet, heißt es in der Partei – eine Darstellung, die auch Stamm und Eck auf Nachfrage nicht dementieren.

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Ein Hin und Her, das manche Bezirksvorstände scharf kritisieren. Schließlich hatte Glos nach seinem Rücktritt als Bundeswirtschaftsminister im Februar 2009 zunächst auch seinen Rückzug als Bezirkschef angekündigt, sich dann aber doch noch einmal für zwei Jahre im Amt bestätigen lassen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt fehle es ihm aber an Einsatz, zuletzt habe er auch viele Gremiensitzungen der CSU in München verpasst, warnt ein Kritiker: „Für die Interessen der Region ist das überhaupt nicht gut.“

Im CSU-Vorstand sei Unterfranken auch mit Stamm, Eck oder der Europaabgeordneten Anja Weisgerber gut vertreten, hält Glos dagegen: „Eine Partei ist immer vielschichtiger, da geht es nicht um Einzelne.“

Vom vorzeitigen Abschied soll Glos letztlich vor allem die derzeitige Rücktrittswelle von Koch bis Köhler abgehalten haben: „Das wäre für die CSU gerade jetzt ein falsches Zeichen gewesen“, heißt es in der Partei.