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MEHR KONTROLLE

Bayernkurier, 18. Februar 2012

Mehr Sicherheit bei Medizinprodukten – das fordern die Abgeordneten des Gesundheitsausschusses als Reaktion auf den Skandal mit minderwertigen Brustimplantaten. Der französische Hersteller hatte die Implantate mit Industriesilikon anstelle von medizinischem Silikon gefüllt. Rund 500 000 EU-Bürgerinnen sind betroffen, erinnert die gesundheitspolitische Sprecherin der CSU-Europagruppe Anja Weisgerber: „Solche kriminellen Machenschaften zeigen, dass wir die Sicherheit unserer Medizinprodukte dringend verbessern müssen.“ Die Kommission habe auch zugesagt, die aktuelle Gesetzgebung einem Stresstest zu unterziehen und die Ergebnisse in einen neuen Vorschlag einfl ießen zu lassen. „Der Fall hat klar gezeigt, dass wir europaweit strengere und vor allem unangekündigte Kontrollen vom Hersteller über die gesamte Lieferkette hinweg brauchen“, so Weisgerber. Die Implantate des französischen Herstellers PIP durften das CEZeichen tragen, da bei einer angekündigten Kontrolle keine Unregelmäßigkeiten feststellbar waren. Weisgerber fordert außerdem, dass die internationale Zusammenarbeit verbessert wird: Die amerikanische Kontrollbehörde FDA, die weltweit als besonders streng gilt, hatte schon vor Jahren die Einfuhr der PIP-Produkte in die USA untersagt, aus Datenschutzgründen aber die europäischen Behörden nicht in Kenntnis gesetzt.