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Mehr Flexibilität gefordert - Kanapee-Gespräch der Landkreis-CSU

Auszug aus Mainpost, 7. Januar 2009

WÜRZBURG-LAND/RÖTTINGEN (mb). Das
neue Rezept, statt eines traditionellen
Neujahresempfanges das
Kanapee-Gespräch vorzuziehen,
bewährt sich immer mehr. Das
Positive dabei: Die Äußerungen
der Diskussionsteilnehmer unterliegen
keiner Parteidisziplin mehr.
So traf sich zumAuftakt des Jahres
2009 die komplette Führungsspitze
des CSU-Kreisverbandes Würzburg-
Land in der Röttingen Burghalle zum
4. Kanapee-Gespräch. Dabei standen
die drei aktuellen Gesprächsthemen
„Krise“, „Bürokratieabbau“ und
„Mindestlohn“ imMittelpunkt.
Elisabeth Finkbeiner, verantwortlich
für das Werk II des Röttinger
Autozulieferers ITW Automotive mit
Sitz in Chicago, meinte zur Eröffnung,
dass auch ihr weltweit agierender
Betrieb die Auswirkungen der
Krise spüre, doch man müsse sich
dem Markt anpassen und neue Geschäftsfelder
erschließen. Von der
Politik fordert sie Flexibilität, eine
bessere Schul- und Fachausbildung
und vor allem, „Made in Germany“
müsse besser in die Köpfe kommen.
Dr. Anja Weißgerber, Mitglied des
Europäischen Parlaments, erklärte,
dass neben einem gemeinsam koordinierten
europäischen Konjunkturpaket
auch jedes einzelne Land
Anreize schaffen müsse. Einen Europäischen
Mindestlohn lehnte sie kategorisch
mit den Worten: „An welchem
Land soll dieser angelegt werden?“
ab. Zum Thema „Bürokratieabbau“
lobte sie ihren Parteifreund
Edmund Stoiber, dass seine Gruppe
bereits Vorschläge mit einer Kostenreduzierung
von sieben Milliarden
Euro eingebracht habe.
Dieser Diskussionsteil sorgte für
den umfangreichsten Gesprächsstoff
und fand nur wenig Zustimmung bei
den Gästen. Dabei verwiesen sie
unter anderem auf die ständig wechselnden
Formulare. Der Forderung
eines Steuerberaters, die mit viel Beifall
bedacht wurde, die Politik müsse
mit dem richtigen Respekt den Bürgern
gegenüberstehen, entgegnete
der Bundestagsabgeordnete Paul Lehrieder
energisch, dies werde ständig
praktiziert, denn seine Partei habe
sich den Slogan „Näher am Menschen“
auf die Fahne geschrieben.
Landrat Eberhard Nuß wies darauf
hin, dass allein der Landkreis Würzburg
mit einem 33 Millionen umfassenden
Investitionspaket bei den
Schulen in Ochsenfurt und Höchberg
zur Sicherung von Arbeitsplätzen
beitrage. Über eine Senkung der
Kreisumlage entscheide der Landtag.
Mit den Worten von Elisabeth
Finkbeiner: „In der Wirtschaft wird
weniger gesprochen und mehr gehandelt“
endete die kurzweilige und
interessante Runde.
Die hatte Gastgeber und Diskussionsleiter
Martin Umscheid, Bezirksrat
und Röttinger Bürgermeister,
zuvor mit kritischen und offenen
Fragen konfrontiert und damit auch
bei den Gästen, wie Kreisräten, Bürgermeistern
und vor allem vielen
Vertretern der Wirtschaft in der voll
besetzten Burghalle lebhafte Diskussionen
hervorgerufen.