mainfranken.de, 14. Mai 2010
"Wir Franken sind bibelfest und charakterfest - ein Ausbund an Standfestigkeit!" Thomas Silberhorn, CSU-Bundestagsabgeordneter aus Bamberg hielt es beim diesjährigen CSU-Treffen am Dreifrankenstein mit dem Zitat von Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos: Den Franken stehe der Sinn nach "kurzen Reden und langen Bratwürsten".
So fest wie der Dreifrankenstein, Symbol der drei fränkischen Regierungsbezirke, steht alljährlich am Himmelfahrtstag das Treffen der CSU aus Ober-, Unter- und Mittelfranken an.
Bei dem gesamtfränkischen Gipfel werden markige Worte gesprochen und die fränkische Fahne hoch gehalten. Auch in diesem Jahr waren viele hochkarätige fränkische CSU-Politiker dem Ruf der ausrichtenden Ortsvereine Schlüsselfeld-Aschbach, Geiselwind und Burghaslach gefolgt. Schlüsselfelds CSU-Ortsvorsitzender Winfried Gerner konnte aus der Bundespolitik CSU-Landesgruppenchef Dr. Hans-Peter Friedrich, Thomas Silberhorn, Stefan Müller und Dr. Hans Michelbach willkommen heißen. Die drei fränkischen Bezirke vertraten die Europaparlamentarier Martin Kastler, Dr. Anja Weisgerber und Neu-Fränkin Monika Hohlmeier. Schließlich durfte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nicht fehlen, der seit Jahren den Dreifranken-Tag - eigentlich eine Erfindung des Unterfranken Michael Glos - nicht auslässt. Auch mehrere Mitglieder des Bayerischen Landtags, Landräte, Bürgermeister, Bezirks- und Kreisräte scharten sich um den Symbolstein der Franken. Am Rande hatte sich die Bürgerinitiative aus Heuchelheim niedergelassen, um ihren Protest gegen den geplanten Großparkplatz an der Autobahn zu bekunden.
Stimmgewaltig sang der aus Erlangen stammende Innenminister das Frankenlied, das von der Blasmusik der Schlüsselfelder Jugend unter Leitung von Geo Sturm gespielt wurde. Herrmann gab auch gleich eingangs den Steigerwäldern ein Zuckerl, für das ihm der Beifall sicher war: Der Naturpark Steigerwald sei so schön, "schöner geht's nicht". Und dabei werde es auch bleiben. Was im Klartext so viel heiße, wie die Diskussion um den Nationalpark habe sich erledigt. Herrmann rühmte die starke Zusammenarbeit der Franken in der CSU und machte sich für christliche Werte stark: Das Kreuz in den Schulen sei nicht nur ein Symbol für Tradition und Vergangenheit, sondern müsse auch weiterhin Zeichen für eine christliche Entwicklung sein. CSU-Landesgruppenchef Dr. Hans-Peter Friedrich leitete vom echten "Franken-Gefühl" über zu den Wahlen in Nordrhein-Westfalen, um dann Statements über Griechenland und den Euro abzugeben. Der Kundgebung schloss sich eine ökumenische Andacht mit den Pfarrern Erhard Schupp aus Schlüsselfeld und Wolfgang Heckel aus Kirchrimbach an, die mit einem Segen endete.
Danach fuhren Innenminister Herrmann und Bundestagsabgeordneter Thomas Silberhorn nach Heuchelheim, um den Standort des geplanten Autobahnparkplatzes in Augenschein zu nehmen. Hans Reuss, Sprecher der Bürgerinitiative, die gegen den Parkplatz in unmittelbarer Nähe ihrer Ortschaft kämpft, trug dem Staatsminister die Bedenken der Heuchelheimer vor. Nach lebhafter Diskussion gewann die Hoffnung Oberhand: Der Innenminister will die Planung noch einmal dahin gehend überprüfen lassen, ob eine Verschiebung des Großparkplatzes in östliche Richtung möglich ist.