Auszug aus Mainpost, 16. Februar 2010
Mehr und weniger prominente Gäste
Wenn das Bier ausgeht, gilt das als Zeichen für eine gelungene Feier. Schon daran gemessen war der traditionelle Main-Post-Faschingsempfang ein Erfolg. Den Hauptanteil zur guten Stimmung lieferten aber die Gäste selbst.
Über 150 Menschen aus dem öffentlichen wie aus dem weniger öffentlichem Leben amüsierten sich bei Bier, Weißwurst und Gesprächen und verwandelten die Redaktion im Valentinum stundenlang in einen Käfig voller Narren.
Die meisten wussten zudem, was sie dem Faschingsdienstag schuldig waren: Im Gegensatz zu früher kam kaum einer unverkleidet.
So wollten Oberbürgermeister Georg Rosenthal und Gattin Hanna offenbar dokumentieren, dass sie Glücksbringer sind und in Würzburg ordentlich der Schornstein raucht: Die beiden erschienen als Schlotfeger. Der OB bot zudem fleißig Wetten an, dass der Hotelturm Ende nächsten Jahres fertig gebaut ist. Landtagsvizepräsidentin Barbara Stamm und Landrat Eberhard Nuß schlugen ein und halten mit Wein und Sekt dagegen….
Lästern über Narreteien
Das ging OB & Co nicht anders, als Giemaul Benni Jensen nicht in die Bütt, sondern auf den Schreibtisch stieg und über stadt- wie bundespolitische Narreteien lästerte. Wie der Dienstag zum Fasching gehören auch hauptberufliche Narren zur Main-Post-Fete, allen voran das Prinzenpaar René I. und Angi I. mit der KaGe Elferrat und der Ranzengarde im Gefolge...
Zum Steuerhinterziehen animierte Redakteur Manfred Schweidler, der fleißig an einem Pkw-Steuer ziehen ließ, während Wirtschaftskriminalist Stadtrat Uwe Dolata auch in der tollen Zeit nicht vom Kriminalisieren lassen mag: Er hatte Steuersünder-CDs dabei. Sparkassen-Chef Rudolf Fuchs setzte in Zeiten tief angesehener Banker ein Zeichen und kam in weißer Weste, sprich weißem Arztkittel als „Dr. Fuchs“.
Kein Arzt gebraucht
Glücklicherweise brauchte niemand einen Arzt. Denn obwohl's recht lustig zuging, bestand keine Gefahr, dass sich einer totlachte. Zum Totärgern finden es höchstens diejenigen, die in der folgenden Liste aus Platzgründen nicht erwähnt sind. Nennen wir zuerst als Volksvertreter die MdBs Paul Lehrieder und Joachim Spatz (beide als MdB verkleidet), MdL Oliver Jörg (als Mozart), Ex-Minister Wolfgang Bötsch (kam als Bötsch), MdE Anja Weisgerber, die Bürgermeister Adolf Bauer und Marion Schäfer, Regierungsvizepräsident Andreas Metschke (Kapuzinermönch) und Ex-MdL Manfred Ach…
Keine Anklage
Weniger philosophisch gewandet erschienen die Damen und Herren der Justiz wie Leitender Oberstaatsanwalt Dietrich Geuder und zahlreiche Richter, Staats- und Rechtsanwälte, die sich ausnahmsweise einig waren und keinerlei Anklage gegen das Treiben erhoben...