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Licht im Dschungel der EU-Förderung

Saalezeitung

Europaabgeordnete stellt Leitfaden für Unterfranken vor

WÜRZBURG. Am 1. Januar 2007 beginnt eine neue EU-Förderperiode. "Möglichst viele Gelder sollen nach Unterfranken fließen", sagt Dr. Anja Weis¬gerber. Anlässlich des gestrigen Treffens der Arbeitsgemeinschaft Europa, im Senatssaal der Universität, stellte die Europaabgeordnete den deutschlandweit bislang einzigartigen "Förderleitfaden EU-Mittel für Unterfranken" vor.

Häufig werde kritisiert, so Anja Weisgerber, dass Deutschland als Nettozahler sechs Milliarden Euro mehr in den jährlichen EU-Haushalt zahle als es zurückbekomme. Dieser Tendenz könne man zumindest ein gutes Stück weit entgegenwirken. So seien in der EU-Förderperiode 2000 bis 2006 mehr als 60 Millionen Euro als europäische Transferleistungen nach Unterfranken geflossen; neben 130 Millionen Euro für die Landwirtschaft.
Von EU-Fördermitteln profitieren Forschungsprojekte ebenso wie Städtepartnerschaften, Dorf- und Stadterneuerung, Kultur- und Sozialprojekte, aber auch die Entwicklung des ländlichen Raumes.
Anja Weisgerber wies darauf hin, dass in der neuen Förderperiode sogenannte EU-Strukturfördermittel aus dem Regionalfonds in ganz Unterfranken eingesetzt werden können. Bisher war dies nur in einigen strukturell schwächeren Gebieten möglich.
Damit möglichst viele Interessierte die neuen Chancen nutzen können, stellte die Europaabgeordnete die Förderprogramme in einem Leitfaden zusammen. Dabei erläutert sie die Regional-, Sozial-, Forschungs- und Landwirtschaftsförderung und geht auch auf weitere Programme ein. Sie beschreibt die Programmziele, hat aber auch die jeweiligen Gesamtbudgets recherchiert und benennt Ansprechpartner für Fragen und Anträge.
Parallel dazu erarbeiten fränkische Hochschulen eine wissenschaftliche Studie. Dabei werden die Einsatzmöglichkeiten von Fördergeldern in Unterfranken anhand regionaler Strukturen und Stärken geprüft. Diese zusätzlichen Erkenntnisse sowie die ersten Erfahrungen mit den neuen Förderprogrammen werden in eine zweite Auflage des Leitfadens einfließen, die Mitte 2007 vorliegen soll, verspricht Weisgerber. Sie versteht ihre Aufgabe als Europaabgeordnete als "Dienstleisterin für Unterfranken". Die Arbeitsgemeinschaft Europa, ein Gremium aus Parteien, Verbänden, Kommunalpolitikern, Vertretern aus Wirtschaft und Hochschulen sowie dem Regierungspräsidenten Dr. Paul Beinhofer, nahm die Broschüre mit großer Zustimmung auf.
Karl Groenen, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Bezirk Unterfranken, lobte die Zusammenstellung als Mittel gegen die frühe Kapitulation vieler Antragsteller vor dem unübersichtlichen "Förderdschungel". Auch von Seiten der Wirtschaft kam einhellige Befürwortung. Dr. Helmut Zöller, Leiter des Technologie- und Gründerzentrums der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt: "Der Leitfaden regt an und macht Mut".
Bürgermeister, Vereine, Verbände, Unternehmer, Landwirte, Kulturschaffende, aber auch Innovatoren aus den Bereichen Energie und Umwelt, können die Broschüre kostenlos anfordern bei: Europabüro Dr. Anja Weisgerber MdEP, Postfach 64, 97525 Schwebheim. Demnächst wird auch die Internetseite www.foerderleitfaden.de verfügbar sein. wkn