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„Leuchtturmprojekt" für die Natur

Fränkischer Tag, 21. September 2007

ERLEBNISPFAD Das Kernstück für das EU-Life Projekt in der Mainaue wurde am Donnerstag seiner Bestimmung übergeben. Am umgestalteten Hochreinsee bei Knetzgau wird der Schutz von Pflanzen und Tieren zum Abenteuer für den Menschen.

Knetzgau - Oft wird über die Auflagen des Naturschutzes geschimpft, wenn sich eine hochkarätig besetzte Politikerrunde trifft. Das war gestern um 15 Uhr in der Mainaue bei Knetzgau ganz anders. Aus jedem Wort war die Begeisterung für den Naturschutz zu hören.
Das Zauberwort heißt „EU-Life". Das Förderprogramm der Europäischen Union hat es möglich gemacht, mehr als 1100 Hektar der Mainaue bei Eltmann, Zeil, Knetzgau und Haßfurt in ein Vorzeigeprojekt für den Naturschutz zu verwandeln. Der Bamberger Landrat Dr. Günther Denzler musste es neidlos anerkennen: „Da sind die Haßberge schon weiter". Denzler war einer der Gäste bei der Eröffnung des Natur-Erlebnispfades am Hochreinsee zwischen Sand und Knetzgau. Der See und der Weg seien das Kernstück des Naturschutzprojektes in der Mainaue, sagte Landrat Rudolf Handwerker, Und es hat Pilotcharakter.
Der Mensch ist willkommen.
Hier würden nicht einfach nur durch Schilder und Verbote Tiere und Pflanzen geschützt, sondern das Naturerlebnis für den Menschen ist „ein Kernpunkt" der Maßnahme, die seit 2002 läuft und „ungemein erfolgreich ist", wie der Landrat am Donnerstag sagte. Zahlreiche seltene Vogelarten wurden in der Mainaue schon gesichtet, oft nur als Gäste auf dem Durchzug, immer öfter aber auch als Dauergäste. Handwerker zeigte sich sicher, dass das Projekt dauerhaft zu einer Erfolgsgeschichte wird. Das „schlüssige Gesamtkonzept", so sagte er gestern, werde in der Mainaue wertvolle Lebensräume erhalten und neue schaffen, unter anderem die am Main einst typischen und heute fast verschwundenen Auwälder und artenreiche Magerwiesen.
Mit deutlichem Stolz verwies der Landrat darauf, dass das große Projekt mit relativ bescheidenen Mitteln verwirklicht werden konnte. Der neue Natur-Erlebnispfad hat nach seinen Worten gerade einmal 35 000 Euro gekostet. „Damit ist der schwierige Spagat gelungen: Wir schützen die Natur und sperren den Menschen nicht aus. Das ist ein Weg, der in die Zukunft weist", sagte Landrat Handwerken Die Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber gratulierte allen Beteiligten zu dem „großartigen Projekt", wie sie sagte. Die EU räume dem Naturschutz einen hohen Stellenwert ein, und im Verbund zahlreicher Maßnahmen sei die Mainaue ein „überaus wichtiger Baustein", der die Natur schützt und erlebbar macht und damit nicht zuletzt auch Kinder für den Naturschutz sensibilisieren kann.

Für den unterfränkischen Regierungspräsidenten Dr. Paul Beinhofer ist die Mainaue „geradezu ein Leuchtturmprojekt für den Naturschutz in Unterfranken". Hier werde mit großem Engagement und viel Fachwissen ein Naturraum von europäischem Rang dauerhaft erhalten. Der Hochreinsee als Kernstück der Maßnahme ist für Beinhofer „Vorzeigebiotop Nummer 1", geradezu ein „Paradies", das der Mensch hier erleben könne.
Der Bamberger Landrat und oberfränkische Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler gratulierte zu der Maßnahme und zu dem Mut, sie anzupacken. So viel Weitsicht sei heute alles andere als selbstverständlich, lobte er seinen Kollegen Handwerker.
„Hier in den Haßbergen sitzen nicht nur Bedenkenträger. Hier kann man sich noch begeistern", sagte er und verwies auf die Zusammenarbeit zwischen den Kreisen Haßberge und Bamberg, so beim „Flussparadies Franken" oder den Überlegungen zum Nationalpark im Steigerwald. „Da sind wir gemeinsam auf einem guten Weg".