Bayernkurier
Dr. Anja Weisgerber referierte zum Thema Gentechnik
Gemünden-Langenprozelten: „Die Gentechnik wird oft kontrovers und hitzig diskutiert und schwammig argumentiert, betonte die CSU-Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber bei einem Vortrag in Langenprozelten. Sie zeigte die Anforderungen auf, die in Deutschland und Europa in der Spitzentechnologie Gentechnik für neue Arbeitsplätze genutzt werden könnten.
„Ohne Moos nichts los, ohne Arbeit klingelt es nicht in der Kasse“, so begrüßte Diözesansekretär Ralf Stapp beim Vortrag im Pfarrheim die Gäste. Für die negative gegenwärtige Entwicklung – wachsender Stress, Druck, Billigshops, sinkende Steuereinnahmen, sinkende Kinderzahl, ungeschützte Beschäftigungsverhältnisse, Armut der Rentner und in der Familie, Arbeitslosigkeit – solle das Bewusstsein geschärft werden für gerechte Lebensbedingungen.
Dr. Anja Weisgerber Schwebheim, jüngstes bayerisches Mitglied im Europaparlament stellte sich zunächst vor: „Ich möchte in Brüssel viel mehr für Unterfranken erreichen, denn meine bearbeitenden Themen sind Bildung und Forschung, EU-Führerschein, Feinstaub, Arbeitszeitrichtlinie, Zuckermarktordnung, Chemikalienpolitik und vieles mehr.“
Die deutschen Bischöfe erinnerten in ihrem Papier zur Gentechnik, dass bei allen Chancen der Lebenswissenschaften auch die Frage nach der ethnischen Verantwortung erlaubt sein müsse, betonte die Referentin. Die „rote Gentechnik“ in der Medizin bezeichne die Herstellung von künstlichen Insulin, Impfstoffen oder Medikamenten für die Krebstherapie aber auch sensibles Klonen und Stammzellenforschung.
Die „weiße Gentechnik“ sei die am wenigsten umstrittene Form in Technik und Chemie, nämlich Schadstoffe aus Luft und Wasser filtern und Mikroorganismen gentechnisch verändern. Bei der Veränderung von Pflanzen und Saatgut bei der „grünen Gentechnik“ gab es bei den Zuhörern schon Bedenken und Vorbehalte. Hier müssten die Risiken kontrolliert werden. Doch könne sie die Qualität verbessern, die Widerstandsfähigkeit steigern, die Lager- und Transportfähigkeit verbessern, eine Stabilisierung und Ausbau der Erträge ohne Einsatz zusätzlicher umwelt- und gesundheitsschädlicher Pestizide und dadurch eine Reduzierung von Allergie auslösenden Stoffen bewirken. Anhand der veränderten Reispflanze mit hohem Anteil von Pro-Vitamin A zeigte Dr. Weisgerber auf, dass viele Menschen wegen Vitamin A-Mangel erblinden.
„Viel Potenzial“
„Die Gentechnik ist ein Wachstumsmarkt mit viel Potential für neue Arbeitsplätze und man darf den Zug nicht abfahren lassen“, so Dr. Weisgerber: „Seit 2004 müssen alle Produkte, die gentechnisch behandelt sind, ausgezeichnet werden.“ Es gebe verschärfte Sicherheitsanforderungen und das Zulassungsverfahren sei geändert worden. Dass man nicht mehr frei sei von der Gentechnik, wurde aus den Reihen der Zuhörer laut. „Man kann die Gentechnik nicht mehr verhindern, man muss eine Schadensbegrenzung herbeiführen“, so ein Zuhörer aus Lohr. Andere Teilnehmer gaben zu bedenken, dass der Mais bis 2004 nicht gekennzeichnet war und beim Anbau getrennte Maschinen und getrennter Anbau erforderlich seien. Vermischungen würde es immer geben. Die Tiere, die gentechnischen Mais als Futter erhielten, brächten durch den Dung gentechnische Veränderungen auf den Ackerboden. Viele Zuhörer waren sich einig, wenn keine gesundheitlichen Folgen bestünden, würden sie auch gentechnisch behandelte Lebensmittel verzehren.