Haßfurter Tagblatt
AKU und Junge Union befassen sich mit Energiesparkonzepten heimischer Firmen
Hassfurt/Knetzgau
Die großen „black outs“ die Stromausfälle in New York, Norditalien und Griechenland führen uns die Abhängigkeit unserer modernen Gesellschaft von der Energie deutlich vor Augen. Der Kreisverband des Arbeitskreises für Umweltschutz und Landesplanung (AKU) der CSU und die Junge Union hatten deshalb zu einem kleinen Umwelttag eingeladen.
Als Gastrednerin führte die Europa-Abgeordnete und stellvertretende Landesvorsitzende des AKU, Dr. Anja Weisgerber, in die Problematik ein. Der Anstieg der Weltbevölkerung und die zunehmende Industrialisierung führe zu einer dramatischen Steigerung der Energienachfrage. Die Abhängigkeit unserer Gesellschaft von Energie sei offensichtlich. Ein nachhaltiges Energiekonzept sei deshalb unumgänglich.
Als Beispiel führte Weisgerber die energetische Nutzung von Biomasse und die Solarenergie an. Ebenso gehören Wind- und Wasserkraft, die Geothermie oder die Wasserstofftechnologie dazu.
Die Firma Eichhorn aus Oberaurach stellte dann ihr Konzept der energetischen Nutzung von Bioabfällen und Biomasse vor. Anfänglich war die getrennte Bioabfallerfassung mit anschließender Kompostierung das Mittel del Wahl. Dies geschieht an den Standorten in Mariaburghausen und im Bamberger Hafen. Ein anderer Verwertungsweg für die Bioabfälle ist deren Vergärung. Dieser neue Weg wird in Strullendorf in Oberfranken beschritten. Das bei der Vergärung entstehende Methangas treibt über einen Motor einen Stromgenerator an und die anfallende Abwärme sowie Kohlendioxid nutzt eine benachbarte Großgärtnerei.
Interessant ist, dass durch die Sammlung der Bioabfälle und deren energetische Nutzung in Stadt und Landkreis Bamberg 1,7 Millionen Liter Heizöl gespart werden können. Mit dem in der Anlage produzierten Strom könnten pro Jahr 6900 Personen versorgt werden.
Die Firma Schnös, Trockenbau, Westheim, trug Idee und Anwendung ihres „Vacudämm“-Systems vor. Hier geht es um das Thema Energieeinsparung bei Bauten. Die Wärmeleitfähigkeit im Vergleich zu Styropor um den Faktor 10 reduziert. Entsprechend dünner kann die Isolierung gehalten werden. Geeignet sind Decke, Wand und Boden.
Zum Schluss wurde als Beispiel alternativer Energie die Photovoltaikanlage der Firma Koppitz erläutert. Sie ist mit einer Leistung von 60 Kilowatt zur Zeit die größte dieser Art im Landkreis. Sie wurde mit amorphen Silizium-Modulen errichtet, die es bei dem relativ flachen Dach ermöglicht, die größtmögliche Nutzung des gesamten Lichtspektrums umzusetzen. Die Teilnehmer konnten sich davon überzeugen, dass auch bei bedecktem Himmel eine Stromerzeugung erfolgt.
Den vorgestellten Projekten schloss sich jeweils eine lebhafte Diskussion an. Man war sich einig, dass für ein rohstoffarmes Land, wie Deutschland, bei hohem Energiebedarf die gezielte Förderung alternativer Energien sowie das Energiesparen hohe Priorität haben müssen.